Berlinale

Mein Bruder heißt Robert und ist ein Idiot

Die Berlinale Kritik von Stephan Karkowsky.

Mein Bruder heißt Robert und ist ein Idiot © 2017 Philip Gröning
Mein Bruder heißt Robert und ist ein Idiot | © 2017 Philip Gröning

Sommer. Inmitten wogender Kornfelder, neben einer Tankstelle auf dem Land. Robert hilft Elena bei der Vorbereitung auf die Abiturprüfung in Philosophie. Die beiden sind Zwillinge und leben in ihrer eigenen Welt. Manchmal sind sie zärtlich miteinander, manchmal schlagen sie aufeinander ein. Robert trinkt Bier, redet über Brentano, Heidegger. „Der Sinn des Seins ist die Zeit.“ Sie sind verbunden durch Rituale, Spiele, Wetten. Elena ist eifersüchtig auf ihre beste Freundin und will wissen, ob Robert mit ihr geschlafen habe. Er antwortet nicht. Sie provoziert ihn mit einer Wette: „Vor dem Abitur vögele ich mit einem. Irgendeinem.“ Wenn sie verliert, bekommt er den Golf. Wenn sie gewinnt, muss er sich etwas von ihr wünschen. Egal was, aber keine Gegenstände. Es bleiben 48 Stunden, um die Philosophie zu begreifen und eine Wette zu gewinnen. Aus Spiel wird Ernst und das Ende der Kindheit rückt näher und näher.
Philip Gröning beschreibt die Zeit des Umbruchs an der Schwelle zum Erwachsenwerden, und das subjektive Zeitempfinden der Zwillinge bestimmt den Rhythmus des Films. Der letzte gemeinsame Sommer könnte ewig weitergehen. Je mehr die beiden darum kämpfen, voneinander loszukommen, desto mehr verlieren sie sich in ihrer Symbiose.
Quelle: Berlinale

Mein Bruder heißt Robert und ist ein Idiot © 2017 Philip Gröning
2017 Philip Gröning
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