Berlinale Talk | Panorama

Wildland

Mit der großartigen Newcomerin Sandra Guldberg Kampp in der Hauptrolle gelingt Jeanette Nordahl in ihrem klugen Debüt eine fesselnde Studie über Familie und Zerrüttung, Lust und Last der Liebe und die Vielschichtigkeit des Begehrens. Ein eindrucksvolles Zusammenspiel von ungewöhnlicher Kameraführung, ausgezeichnetem Drehbuch und drängenden Electro-Beats. Ein eindringlicher Film mit Tiefgang.

Jeanette Nordahl, Ingeborg Topsøe und Sandra Guldberg Kampp (Wildland)
snapshot-photgraphy/T. Seeliger

„Du hast zu viel gekifft, mein Süßer“, sagt die Mutter zu ihrem Sohn Mads, den sie auf den Mund küsst. Die gekonnte Grenzüberschreitung gehört in dieser Familie dazu. Damit muss die 17-jährige Ida erst umgehen lernen. Nach dem Unfalltod ihrer Mutter lebt sie bei ihrer Tante und ihren drei Cousins, die sie kaum kennt. Schnell wird klar, dass der durchaus liebevolle Familienclan, angeführt von seiner fürsorglich-strengen Matriarchin, in kriminelle Geschäfte verstrickt ist. Die Grenzen verschieben sich immer mehr, und Ida gerät in einen Zwiespalt zwischen ihrem Sicherheitsbedürfnis und der Anziehungskraft ihrer draufgängerischen Cousins. Als der Clan mit der Polizei in Konflikt gerät, muss Ida sich entscheiden, was ihr wichtiger ist: die Loyalität zu ihrer neuen Familie oder ihr eigenes Leben.

Knut Elstermann begrüßte die Regisseurin Jeanette Nordahl, Autorin Ingeborg Topsøe und Schauspielerin Sandra Guldberg Kampp im Berlinale Talk.

Quelle: Berlinale