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Jetzt oder morgen

Über drei Jahre begleitete Lisa Weber ihre Protagonistin Claudia, die mit 15 ihren Sohn bekam und nun mit ihm bei ihrer Mutter und ihrem Bruder lebt.

Jetzt oder morgen - Regisseurin Lisa Weber (l.) und Kamerafrau Carolina Steinbrecher © snapshot-photography/T. Seeliger
Jetzt oder morgen - Regisseurin Lisa Weber (l.) und Kamerafrau Carolina Steinbrecher | © snapshot-photography/T. Seeliger

Regisseurin Lisa Weber und Kamerafrau Carolina Steinbrecher waren zu Gast in Berlinale Talk.

Jetzt oder morgen - Regisseurin Lisa Weber (l.) und Kamerafrau Carolina Steinbrecher © snapshot-photography/T. Seeliger
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Über drei Jahre begleitete Lisa Weber ihre Protagonistin Claudia, die mit 15 ihren Sohn bekam und nun mit ihm bei ihrer Mutter und ihrem Bruder lebt. Die Kamera beobachtet Claudia hautnah beim Aufwachen und Zubettgehen, beim ritualisierten Zähneputzen, beim rauchend aufs Handy starren und beim sinnlos erscheinenden Bewerbungen schreiben, hat sie doch keinen Schulabschluss. „So viel Zeit und kein Leben“, bringt ihr Bruder es auf den Punkt. Den rein observierenden Charakter durchbricht Weber, indem sie ab und zu ins Bild tritt, Gegenstände arrangiert und Claudia tröstet, wenn sie traurig ist. Die große Sofalandschaft wirkt wie eine Insel, auf der sich offenbar alle für ihr überwiegend ereignisloses Leben eingerichtet haben. Was bleibt, wenn Arbeitslosigkeit und soziale Herkunft die Hoffnungen auf eine andere Zukunft verstellen? In der immer wieder aus dem Off erklingenden Ballade „When You Believe“ von Whitney Houston und Mariah Carey, finden diese Wünsche und Sehnsüchte ihren Ausdruck. Diese Momente sprechen von Liebe und Zusammenhalt, da, wo Perspektivlosigkeit vorzuherrschen scheint. Ein Film über das Vergehen der Zeit und über das, was passiert, wenn scheinbar nichts passiert.
Quelle: Berlinale