Berlinale Talk | Panorama

Bloody Nose, Empty Pockets

Die Brüder Bill und Turner Ross widmen sich in ihren Filmen oft einfachen Menschen, die ein Leben jenseits von Glanz und Glamour führen. In diesem Film finden sie ihre Protagonist*innen im Schatten der Glitzerwelt von Las Vegas, in der Bar Roaring 20s, die kurz vor der Schließung steht.

Bill und Turner Ross © snapshot-photography/T. Seeliger
snapshot-photography/T. Seeliger

Konsequent beobachtend, aber dennoch mittendrin, begleiten sie die letzten 24 Stunden in und um die Bar. Sie lassen die Zuschauer*innen in einen Mikrokosmos eintauchen, wie man ihn an vielen Orten der Welt finden kann, wo aber niemand so genau hinschauen mag. Es ist ein Ort, an dem man sich kennt und gegenseitig hilft, verstanden wird, sich streitet und wieder versöhnt.

Durch die unaufdringliche dokumentarische Nähe entsteht der Eindruck, als säße man mit den Stammgästen gemeinsam am Tresen, nähme an den philosophischen Ausschweifungen Michaels teil, lausche den tränenreichen Liebesbekundungen Shays und erführe selbst die fürsorgliche, familiäre Nähe dieses Ortes. Am Ende, wenn auch die letzten Gäste aus der Bar torkeln, hat man sie alle lieb gewonnen und fragt sich, wie ihr nächster Tag aussehen und wie das Leben für sie weitergehen mag.

Knut Elstermann begrüßt die Regisseure Bill und Turner Ross im Berlinale Talk.

Quelle: Berlinale