72. Berlinale - Katja Weber über "Myanmar Diaries"

"Myanmar Diaries" von The Myanmar Film Collective
The Myanmar Film Collective
"Myanmar Diaries" von The Myanmar Film Collective | © The Myanmar Film Collective Download (mp3, 5 MB)

Das anonyme Myanmar Film Collective will weder aufgeben noch sich in Opferrollen drängen lassen. Genau darum ist dieser Film entstanden. Er ist ein Dokument des Widerstands mit den Mitteln des Kinos und läuft in der Sektion "Panorama Dokumente".

Myanmar ist eines jener Länder, die immer wieder in den internationalen Schlagzeilen erscheinen, um dann wieder monatelang von der Bildfläche verdrängt zu werden.

Zehn junge burmesische Filmschaffende, die anonym bleiben müssen, weil sie ihr Leben riskieren, haben es gewagt, einen erschütternden Hilferuf für die Kinoleinwand zu realisieren.

Der hybride Dokumentarfilm zeigt Myanmar nach dem Militärputsch am 1. Februar 2021, die landesweiten Proteste, den zivilen Ungehorsam. Handyaufnahmen von Bürgerjournalist*innen dokumentieren, wie brutal und willkürlich das Militär gegen Demonstrierende vorgeht. Eine junge Frau wird erschossen, weil sie ein rotes T-Shirt trägt – Rot gilt als Farbe des Protests. Zwischendurch sind die Oppositionellen auch zu Hause zu sehen. Ihre Gesichter sind nie erkennbar, doch ihre Angst, ihre Entschlossenheit, ihre Trauer, ihre Wut und die unendliche Leere, die die getötete Freundin im Alltag hinterlässt, werden umso deutlicher spürbar.

radioeins-Kollegin Katja Weber hat "Myanmar Diaries" gesehen und stellt den Film vor.


Quelle: Berlinale