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Genderation von Monika Treut

20 Jahre nach ihrem Film Gendernauts, einem der ersten Filme, der die Trans*-Bewegung in San Francisco porträtierte und 1999 im Panorama lief, sucht Monika Treut die Pionier*innen von damals auf. Was hat sich verändert? Wie haben sich die Leben der Protagonist*innen weiterentwickelt?

Während San Francisco, wie Annie Sprinkle es ausdrückt, einst die „Klitoris der USA“ war, hat heute die Tech-Industrie die Stadt fest im Griff. Die aggressive Gentrifizierung hat die genderqueere Community von einst verdrängt. Unter der Trump-Regierung stehen erkämpfte Transgender-Rechte massiv unter Beschuss: Der Schutz vor Diskriminierung im Gesundheitswesen und die freie Wahl bei der Nutzung öffentlicher Toiletten wurden zurückgenommen.

Im Wechsel aus ruhigen, unaufdringlichen Bildern und Rückblenden beschreibt der Film, wie die Gendernauts mit den Jahren in ihre Identitäten hineingewachsen, beruflich angekommen sind und Familien gegründet haben und wie ihre Energie bis heute wirkt. Ihr Aktivismus hat sich über die Zeit verändert, doch die Kämpfe gehen weiter. Neue Perspektiven sind hinzugekommen: das Verhältnis des Menschen zur Natur im Zeitalter des Anthropozäns, aber auch die Frage, wie sie im Alter leben wollen.

Über ihren Film "Genderation" spricht Knut Elstermann mit der Regisseurin Monika Treut.

Quelle: Berlinale