Berlinale Talk | Berlinale Special

Courage von Aliaksei Paluyan

Seit den Präsidentschaftswahlen im August 2020 sind es Hunderttausende, die nicht mehr wegschauen. Die "laut schweigend", gewaltfrei für einen friedlichen Machtwechsel in Belarus protestieren. Von diesem Sog, die drei mittendrin, handelt "Courage".

Courage von Aliaksei Paluyan © Living Pictures Production
Courage von Aliaksei Paluyan | © Living Pictures Production

Vor 15 Jahren schon haben Maryna, Pavel und Denis die engen Toleranzgrenzen des autoritären Regimes nicht länger hingenommen: Sie verließen das Staatstheater Minsk, um für das neu gegründete Belarus Free Theatre zu spielen. Zivilcourage als Gebot der Moral. Die Proben laufen heimlich, der Regisseur wird per Skype aus dem Exil zugeschaltet, die Mittel sind knapp, die Themen brisant. Das aktuelle Stück handelt (wie das Leben zwischen Alltag und Untergrund) von verschwundenen Oppositionspolitiker*innen und dem Verlust jeglicher Existenzgrundlage. Von Wahrheit. Wer sie ausspricht, nimmt Repressionen und sogar den Tod in Kauf. Denis hat sich deshalb bewusst für den „Verrat an der Kunst“ entschieden, wie er sagt, und sich zurückgezogen, um seine Familie zu schützen. Doch auch wer „nur“ zuschaut, setzt mittlerweile alles aufs Spiel. Denn Hinsehen heißt Wissen.

"Courage" ist ein Film über den Widerstand in Belarus, der erste abendfüllende Dokumentarfilm von Regisseur Aliaksei Paluyan, der seit 2012 in Deutschland lebt. Heute Abend ist er uns im Berlinale Talk zugeschaltet.

Courage von Aliaksei Paluyan © Living Pictures Production
Living Pictures Production
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Quelle: Berlinale