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Blutsauger von Julian Radlmaier

Mit seiner dialektischen Fabel treibt Julian Radlmaier den zu seinem Markenzeichen gewordenen "ironischen Materialismus" auf die Spitze. Ideologie und Cinephilie sind die Zutaten einer formalistischen Komödie, die die marxsche Metapher vom Kapitalisten als Blutsauger wortwörtlich nimmt.

Daniel Hoesl, Martin Hansen, Corinna Harfouch, Alexandre Koberidze, Alexander Herbst und Lilith Stangenberg in "Blutsauger" © faktura film
Daniel Hoesl, Martin Hansen, Corinna Harfouch, Alexandre Koberidze, Alexander Herbst und Lilith Stangenberg in "Blutsauger" | © faktura film

Blutsauger - eine Komödie, die die marxsche Metapher vom Kapitalisten als Blutsauger wortwörtlich nimmt.

Wir reisen zurück in den August 1928: Während Arbeiterschaft und Bauern in Marx' "Kapital" nach Erklärungen für die mysteriösen Vampirbissmale ihrer toten Kameraden suchen, taucht im luxuriösen Ostseedomizil der reichen, bezaubernden Erbin Miss Flambow-Jansen ein angeblicher Baron auf. Er entpuppt sich rasch als proletarischer Hochstapler, der aufgrund eines politischen Zwischenfalls um Sergej Eisenstein und Stalin höchstselbst aus der Sowjetunion geflohen ist.

Wir sind gespannt, warum Julian Randlmeier all diese Figuren in seinem Film "Blutsauger" auftreten lässt.

Quelle: Berlinale