Berlinale | Wettbewerb

Twarz

In Form einer bösen Farce reflektiert Twarz polnische Zustände, erkundet das Leben in der Provinz und zeigt ein Land, das seinen Glauben in Stein meißeln lässt.

"Twarz": Schauspielerin Małgorzata Gorol und Schauspieler Mateusz Kościukiewicz © snapshot-photography/T.Seeliger
"Twarz": Schauspielerin Małgorzata Gorol und Schauspieler Mateusz Kościukiewicz | © snapshot-photography/T.Seeliger

Jacek liebt Heavy Metal und seinen Hund. Die Feldwege vor der Haustür funktioniert er zur Rennstrecke um, die er mit seinem kleinen Auto entlangbrettert. Wenn er mit Freundin Dagmara die Tanzfläche betritt, gehen alle anderen sofort in Deckung. Er genießt das Dasein als cooler Außenseiter in einem ansonsten eher spießigen Umfeld. Die Muskeln trainiert er bei seiner Arbeit auf einer Großbaustelle nahe der polnisch-deutschen Grenze, wo die größte Jesusstatue der Welt entstehen soll. Doch ein schwerer Arbeitsunfall lässt sein Leben aus dem Groove geraten.

Vollkommen entstellt, wird an Jacek unter reger Anteilnahme der polnischen Öffentlichkeit die erste Gesichtstransplantation im Land vollzogen. Als Nationalheld und Märtyrer gefeiert, erkennt er sich im Spiegel selbst nicht wieder. Die Jesusstatue aber wird immer höher und höher. Während sich die Ereignisse rund um Jacek überschlagen, behält der Film die Übersicht und scheint das Kameraobjektiv noch schärfer zu stellen.

Im Berlinale Nighttalk begrüßte Knut Elstermann den Hauptdarsteller Mateusz Kościukiewicz sowie die Darstellerin Małgorzata Gorol und sprach mit den beiden über den Wettbewerbsfilm "Twarz" ("Mug").

"Twarz": Schauspielerin Małgorzata Gorol und Schauspieler Mateusz Kościukiewicz © snapshot-photography/T.Seeliger
snapshot-photography/T.Seeliger
Download (mp3, 14 MB)


Quelle: Berlinale