Berlinale

Silberner Bär für eine Herausragende Künstlerische Leistung

Rasmus Videbæk für die Kamera in "Ut og stjæle hester" ("Pferde stehlen") von Hans Petter Moland

Für die Kamera in Hans Petter Molands "Ut og stjæle hester" ("Pferde stehlen") wurde Rasmus Videbæk mit dem Silbernen Bären für eine Herausragende Künstlerische Leistung ausgezeichnet.

Kameramann Rasmus Videbæk mit dem Silbernen Bären für die Kamera in "Pferde stehlen" © snapshot-photography/T.Seeliger
snapshot-photography/T.Seeliger

November 1999. Trond Sander ist 67 und hat sich nach dem Tod seiner Frau aus Oslo in einen kleinen Ort im Osten Norwegens zurückgezogen. Das Jahrtausend neigt sich dem Ende entgegen und mit ihm, so scheint es, auch Tronds Leben. In einer Winternacht erkennt er in seinem Nachbarn Lars plötzlich einen alten Bekannten aus der Jugendzeit wieder. Eine Begegnung, die Erinnerungen an das Jahr 1948 aufsteigen lässt: Gemeinsam mit seinem bewunderten Vater verbrachte Trond einen ganzen Sommer in einer einfachen Holzhütte am Fluss. Lange Nachmittage im Wald, Ausritte auf Wildpferden und harte Arbeit beim Holzschlagen verschwimmen zu einem Bilderbogen zwischen unbeschwertem Glück und schicksalsträchtigen Erlebnissen.

Inmitten der atemberaubenden Gebirgs- und Flusslandschaft zwischen Norwegen und Schweden inszeniert Hans Petter Moland ein Drama um Liebe, Verlust und Enttäuschung, um lebenslange Traumata und Schuldgefühle. Auf der Grundlage von Per Pettersons preisgekröntem Roman „Pferde stehlen“ thematisiert der Film zugleich die norwegische NS-Vergangenheit. Das Schwanken zwischen Kollaboration und Widerstand hat auch private Entscheidungen beeinflusst und ist ein unauslöschlicher Teil von Tronds Kindheitserinnerungen.

Knut Elstermann begrüßte den Kameramann Rasmus Videbæk im Berlinale Nighttalk.


Quelle: Berlinale