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Schönheit und Vergänglichkeit

Er ist vor allem als Türsteher des Berliner Technoclubs Berghain bekannt, doch Sven Marquardt ist auch Fotograf. Schon vor dem Mauerfall porträtierte er die Ostberliner Subkultur und ihre Protagonist*innen in schwarz-weiß. Marquardt war kein reiner Beobachter, sondern gehörte selbst zur Punkszene, in der er seine Modelle fand.

Fotograf Sven Marquardt und Regisseurin Annekatrin Hendel © snapshot-photography/T.Seeliger
snapshot-photography/T.Seeliger

Nach Jahren im Nachtleben widmet er sich in den letzten Jahren wieder stärker der Fotografie und porträtiert auch eines seiner früheren Lieblingsmodelle, Dominique Hollenstein, genannt Dome. Zusammen erinnern sie sich an das Lebensgefühl einer widerständigen und kreativen Jugend in der DDR und an den hübschen Punk Robert Paris, der selbst fotografierte und ebenfalls ein beliebtes Modell Marquardts wurde. 30 Jahre nach dem Fall der Mauer erinnern Robert Paris’ eindrucksvolle Fotos von Brachflächen und Häuserfassaden in Ostberlin an den radikalen Wandel, den diese Stadt seitdem durchlebt hat. Es wird deutlich, dass der Zerfall einer Gesellschaft auch an den ehemaligen Rebell*innen nicht spurlos vorbeigegangen ist. Ihr Leben ist immer noch geprägt von der Sehnsucht nach dem Anderssein.

Knut Elstermann sprach über den Film mit der Regisseurin Annekatrin Hendel sowie mit Sven Marquardt.


Unterdessen hat die DEFA-Stiftung die Regisseurin Annekatrin Hendel mit dem Heiner-Carow-Preis 2019 geehrt. Die Auszeichnung wurde ihr am Donnerstag auf der Berlinale für ihren Film "Schönheit Vergänglichkeit" verliehen.

Der Film "zelebriert das Leben und Freundschaft", hieß es in der Begründung der Jury. Er bleibe sich selbst treu und sei "auch eine Liebeserklärung voller Hoffnung und Schönheit, an eine faszinierende Stadt im Wandel, an Berlin".

Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert.


Quelle: Berlinale