Fr 15.02. 21:40

Berlinale | Perspektive Deutsches Kino

Oray

In nahezu dokumentarischem Duktus erzählt Regisseur Mehmet Akif Büyükatalay, wie sich ein Einzelner am komplexen System einer Religion abarbeitet und seine menschliche Erfüllung zwischen seinem Glauben an die Liebe und seiner Liebe zum Glauben sucht.

Schauspieler Zejhun Demirov und Regisseur Mehmet Akif Büyükatalay © snapshot-photography/T.Seeliger
snapshot-photography/T.Seeliger

Bei einem Streit mit seiner Ehefrau Burcu spricht Oray die islamische Scheidungsformel „talaq“ aus. Der Imam klärt ihn über die Konsequenzen auf: Oray muss sich für drei Monate von Burcu trennen.

Oray nutzt die ihnen auferlegte Beziehungspause für einen Neuanfang und zieht nach Köln. Hier findet er einen Job auf einem Trödelmarkt und sucht sich eine neue Gemeinde, die von dem jungen Imam Bilal geleitet wird. Bald fängt Oray selbst an zu predigen und ist vor allem bei jungen Gemeindemitgliedern beliebt, was bei Bilal Neid auslöst.

Als Burcu ihrem Mann einen Überraschungsbesuch abstattet, merken sie, dass die Pause ihnen gut getan hat. Sie lieben sich nach wie vor. Deshalb bittet er Bilal um Rat. Doch der vertritt eine strengere Auslegung des islamischen Rechts als der Imam in seiner Heimatgemeinde: das Aussprechen von „talaq“ bedeute nicht Pause, sondern endgültige Scheidung.

Im Berlinale Nighttalk begrüßte Knut Elstermann den Regisseur Mehmet Akif Büyükatalay sowie Darsteller Zejhun Demirov und sprach mit den beiden über "Oray".

Deniz Orta und Zejhun Demirov in Oray
Deniz Orta und Zejhun Demirov in Oray | © Christian Kochmann/filmfaust


Quelle: Berlinale