Berlinale | Wettbewerb

La Paranza dei Bambini

Sechs Jungen rasen auf ihren Motorrollern durch die engen Gassen ihres Viertels Sanità in Neapel. Nicola, Briatò, Lollipop & Co. sind furchtlose Draufgänger. Sie wollen Geld machen wie ihre Vorbilder, Designerklamotten und die neuesten Sneakers tragen. Auf den Dächern der Stadt üben die 15-Jährigen mit Sturmgewehren. Sie dealen und zögern nicht, ihre Waffen auch einzusetzen, um die Kontrolle über das Viertel zu übernehmen. 

Claudio Giovanessi & Francesco Di Napoli © snapshot-photography/Seeliger
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Der smarte Anführer Nicola kennt die Regeln: Um seine Gruppe ins Spiel und schnell ganz nach oben zu bringen, fordert er einen der alten Bosse heraus. Doch wer heute das Sagen hat, ist morgen vielleicht schon tot. Wegen seiner Freundin gerät Nicola zwischen die Fronten und muss eine Entscheidung treffen. Das Drehbuch für die Verfilmung seines Romans schrieb der Neapolitaner und Camorra-Experte Roberto Saviano („Gomorrha“, 2006) gemeinsam mit Maurizio Braucci und Claudio Giovannesi. Es ist die erschütternde Bestandsaufnahme einer Jugend im Dauerkriegszustand, gespielt von Laiendarstellern aus dem Viertel. Kinder, die dealen, rauben und töten, in einer Welt ohne Zukunft, in der es allein um Geld, Macht und ums Überleben geht.
Quelle: Berlinale

Knut Elstermann begrüßte Regisseur Claudio Giovanessi im Berlinale Nighttalk.