Berlinale | Panorama

Jessica Forever

Ein blonder Junge stürzt in die Glaswand eines Vororthauses, fällt bewusstlos zu Boden und wird von einem Trupp junger Männer weggetragen, der von einer blauäugigen, futuristischen Jeanne d’Arc angeführt wird. Sie entkommen knapp einem Drohnenschwarm, der ins Haus eindringt. 

Sebastian Urzendowsky © snapshot-photography/Seeliger
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Die Behörden, so erfahren wir durch ein Voiceover, halten die jungen Männer für gewalttätige Waisen, die eliminiert werden sollen. Was nun folgt, ist eine zurückgenommene und doch anrührende Geschichte über die hypervirilen Krieger, die unter der Obhut der fürsorglichen Jessica zusammenleben, über Brüderlichkeit, Existenzangst, gegenseitigen Schutz, Gewaltausbrüche und Zärtlichkeit.

Caroline Poggi und Jonathan Vinel bleiben den Motiven ihrer Kurzfilme treu, stellen erneut eine Gruppe junger Menschen in den Mittelpunkt und verbinden in ihrem ersten Langspielfilm einen minimalistischen Plot mit Fantasy-Elementen sowie hyperrealistischer Bildgestaltung. So erschaffen sie eine lebensechte Version eines Videospiels, in der sich Entfremdung und Isolation nur durch Zuneigung überwinden lassen. Freundschaft und Liebe – auf immer und ewig.
Quelle: Berlinale

Knut Elstermann sprach im Berlinale Nighttalk mit dem Darsteller Sebastian Urzendowski.