Berlinale | Wettbewerb

God Exists

„Sag ihnen, du bist 24!“, rät die Mutter, als ihre Tochter wieder einmal zu einem Vorstellungsgespräch geht. Doch Petrunija ist 31 und hat dazu noch eine Wissenschaft studiert, die in Mazedonien niemand braucht: Geschichte. So sitzt sie vor dem potenziellen Arbeitgeber, einem Fabrikbesitzer, der von oben herab auf ihr geblümtes Kleid schaut und sie nicht ernst nimmt. 

Teona Struga Mitevska © snapshot/Seeliger
snapshot/Seeliger

Auf dem Heimweg – den Job hat sie natürlich nicht bekommen – springt Petrunija ins kalte Wasser. Es ist Dreikönigstag, und wie jedes Jahr tauchen die jungen Männer der Stadt nach dem heiligen Kreuz, das der Priester in den eisigen Fluss wirft. Doch diesmal ist Petrunija die schnellste und hält die Trophäe in die TV-Kameras. Sie wird das Kreuz verteidigen, einen Tag und eine Nacht lang, begleitet von öffentlichem Furor und gegen die geballte Männerwelt.

Teona Strugar Mitevska präsentiert eine Satire zwischen Zorn und Melancholie, die nach dem Stand demokratischer Veränderungen in der mazedonischen Gesellschaft fragt und den Vertretern von Kirche, Justiz und Medien ein kritisches Zeugnis ausstellt. Die Sympathie des Films gehört der entschlossenen Frau, die sich gegen archaische Traditionen und lähmenden Opportunismus behauptet.
Quelle: Berlinale

Knut Elstermann sprach im Berlinale Nighttalk mit Teona Struga Mitevska, der Regisseurin des Films.

God Exists, Her Name Is Petrunya © sistersandbrothermitevski
God Exists, Her Name Is Petrunya | © sistersandbrothermitevski