Berlinale

Djamilia

Interview mit Regisseurin Aminatou Echard.

Djamilia (Forum): Regisseurin Aminatou Echard © snapshot-photography/Seeliger
Regisseurin Aminatou Echard | © snapshot/Seeliger

Gleich zu Beginn beschreibt eine Frauenstimme die selbstbewusste und willensstarke Dshamilja. Die Hauptfigur aus Tschingis Aitmatows gleichnamiger Erzählung aus dem Jahr 1958 ist eine junge Kirgisin im Zweiten Weltkrieg. Ihr Mann ist an der Front, ihre arrangierte Ehe ist unglücklich und schließlich entscheidet sie sich dafür, mit der Tradition zu brechen und mit ihrer großen Liebe wegzulaufen. Eine berühmte literarische Heldin, für Regisseurin Aminatou Echard ein ideales Thema, um mit Frauen in Kirgistan ins Gespräch zu kommen und Zutritt zu ihrer Welt zu erhalten. Ein unverfängliches Thema ist es keineswegs. Denn ganz gleich, ob die Frauen über Dshamilja oder auch über ihr eigenes Leben sprechen, zeigt sich, wie aktuell die Konflikte, Sehnsüchte und Wünsche nach Selbstbestimmung noch immer sind. Echard hat ihren Film auf stummem Super-8-Film gedreht, der Ton wurde separat aufgenommen. Die Materialität des Films hat dennoch keinen Retrolook, sondern verbindet Literatur, Realität und Gegenwart. So entstehen sorgfältig komponierte Porträts, in deren Schönheit sich die Aufrichtigkeit von Aitmatows Erzählung genauso spiegelt wie die Stärke der heutigen Dshamiljas.
Quelle: Berlinale

Djamilia (Forum): Regisseurin Aminatou Echard © snapshot-photography/Seeliger
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