Berlinale

Classical Period

Interview zum Film "Classical Period"(Forum) mit dem Regisseur Ted Fendt.

Regisseur Ted Fendt
Regisseur Ted Fendt | © snapshot/Seeliger

Zeigen, was man weiß? Warum nicht. Aber Cal und seine Clique kennen kein Maß. Kaum eine Unterhaltung, die sich nicht um Architektur, Literatur, Theologie oder Geschichte dreht. Es geht vom Hundertsten ins Tausendste, eine Fußnote jagt die nächste, Theorien werden herangezogen, Cantos und Übersetzungen zitiert, zig Arten, um den Alltag möglichst auf Abstand zu halten. Derart unbeirrt teilen Cal, Evelyn, Chris und die anderen ihr aberwitziges Spezialwissen miteinander, dass sich ein Schmunzeln kaum unterdrücken lässt, trotz der Melancholie, die über allem schwebt. Cal sitzt oft allein in dämmrigen Zimmern und liest, während Evelyn nachts schlaflos durch die Straßen von Philadelphia streift. Auch wenn die Freunde zusammen sind, erscheinen sie oft getrennt voneinander im Bild, ohne in einer großen Einstellung zusammenzufinden. Der eine schwingt Reden, der andere hört zu – kann man das überhaupt ein Gespräch nennen? Evelyn würde sich gern unverstellter austauschen, aber vielleicht ist es ja genau das, was unsere, nicht die titelgebende, Epoche ausmacht: Man redet oder hört zu, dazwischen gibt es nichts.
(Quelle: Berlinale)

Regisseur Ted Fendt
snapshot/Seeliger
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