So10.02.
21:00 - 23:00

Berlinale Radio

Der Berlinale Nighttalk

mit Knut Elstermann

..mit dem prominenten Gastkritiker Christian Friedel. Außerdem geht es um die Beiträge "Out Stealing Horses (Pferde stehlen)", "Monsters.", "The Miracle of the Sargasso Sea" sowie "Der Goldene Handschuh".

Christian Friedel © snapshot-photography/T.Seeliger

Knut Elstermann begrüßt ab dem 8. Februar im "Berlinale Nighttalk" von 21 Uhr bis 23 Uhr täglich prominente Gäste live in der "radioeinsxXLounge" in der 1. Etage des CinemaxX am Potsdamer Platz.

Prominenter Gastkritiker ist heute der Schauspieler Christian Friedel.

radioeins überträgt die Sendung live im Radio. Die Abschluss-Sendung mit den BärengewinnerInnen am 16.02. wird von 21 Uhr bis 23 Uhr auch live per Videostream im Internet übertragen.

22:30

Berlinale | Wettbewerb

Der Goldene Handschuh

Hamburg-St. Pauli in den 1970er-Jahren, die Amüsiermeile und ihre Nachtgestalten: Gewohnheitstrinker und Prostituierte, Spielsüchtige und andere einsame Seelen. Fritz Honka, ein gedrungener Mann mit dicker Hornbrille und einem verunglückten Gesicht, ist einer von ihnen. Ein Hilfsarbeiter, der in der Kiezkaschemme Zum Goldenen Handschuh ältere, sozial verwahrloste, allein trinkende Frauen aufreißt und abschleppt.

Fatih Akin und Schauspieler Jonas Dassler © snapshot-photographer/T.Seeliger
snapshot-photographer/T.Seeliger

Was niemand weiß: In seiner Dachgeschosswohnung erschlägt und erwürgt er seine Opfer, zerstückelt sie und entsorgt die Überreste hinter der Wand zum Dachboden. Gegen den Verwesungsgestank verteilt er Wunderbäume im Haus, die Schuld an den penetranten Gerüchen schiebt er der benachbarten griechischen Familie in die Schuhe.

Basierend auf dem realen Fall des Serienmörders Fritz Honka und nach dem Kriminalroman von Heinz Strunk von 2016, entwirft Fatih Akin das Porträt eines sozial verkommenen Gewaltverbrechers, der von Frauenhass, sexueller Gier und Sentimentalität getrieben ist. Eine Milieustudie über die Kehrseite des damals erst kurze Zeit zurückliegenden Wirtschaftswunders: Individuen, von Kriegs- und Nachkriegswirren aus der Bahn geworfen, ein Dunkeldeutschland ohne jede Zuversicht.
Quelle: Berlinale

Knut Elstermann begrüßte Regisseur Fatih Akin und Schauspieler Jonas Dassler im Berlinale Nighttalk und sprach mit den beiden über "Der Goldene Handschuh".
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22:20

Berlinale | Panorama

On the Starting Line

Originaltitel: La Arrancada

Kuba, ein Land im Wandel. Jenniffer ist Anfang 20 und lebt mit ihrer Mutter Marbelis und ihrem Bruder Yeyo zusammen; der Vater sitzt im Gefängnis. Marbelis arbeitet im staatlichen Desinfektionswesen, sie reibt sich für ihre Kinder auf. Die Karriere ihrer Tochter als Leichtathletin unterstützt sie nicht nur finanziell. Zur Zeit ist Jenniffer allerdings verletzt und hadert mit dem Sport, sie denkt ans Aufhören.

Aldemar Matias © snapshot-photography/T.Seeliger
snapshot-photography/T.Seeliger

Unaufgeregt, fast beiläufig fängt die Kamera Jenniffers Leben ein: die liebevolle Beziehung zu ihrer besorgten Mutter, die Nähe zu ihrem Bruder, der seine Ausreise plant, ihre Gespräche mit Freunden über die komplizierte Liebe zu Kuba und darüber, wo man sich in zehn Jahren sieht, und immer wieder das Training auf dem Sportplatz. Szenen wie die der Opferungen an die Göttin Oshun und die der von Handys beleuchteten Gesichter abends auf dem „Wifi-Platz“ lassen den Gegensatz zwischen Tradition und Moderne erkennen, ohne ihn direkt zu thematisieren. [mehr]

21:40

Berlinale | Panorama

The Miracle of the Sargasso Sea

Originaltitel: To thávma tis thálassas ton Sargassón

Elisabeth ist Polizeichefin im griechischen Küstenstädtchen Mesolongi. Wenn sie spricht, klingt es wie wütendes Bellen. Sie trinkt zu viel, flucht permanent und schläft mit einem verheirateten Arzt. Die Versetzung aus Athen in das kleine Fischerdorf vor zehn Jahren macht ihr immer noch zu schaffen. Ihr halbwüchsiger Sohn Dimitris kennt die Launen seiner Mutter. Wenn sie sich nach einem gemeinsamen Abendessen in einer Bar den Rest gibt, geht er nach Hause.

The Miracle of the Sargasso Sea - Angeliki Papoulia und Syllas Tzoumerkas © snapshot-photography/Seeliger
snapshot-photography/Seeliger

Die Fabrikarbeiterin Rita stammt aus Mesolongi, ihr Bruder ist eine lokale Szenegröße. Bei seinen Club-Auftritten holt er sie manchmal auf die Bühne. Doch auch Rita ist zutiefst unzufrieden. Als ein Tod das ohnehin brüchige Beziehungsnetz der Dorfbewohner*innen zerreißt, zeigt sich, dass die darunterliegende Struktur noch kaputter ist.

Syllas Tzoumerkas’ dritter Film bietet mit Elisabeth eine ungewöhnliche Polizistinnenfigur. Seine Protagonistin ist sperrig, frustriert und ungnädig. Das fulminante Spiel von Angeliki Papoulia und die überraschende, schockierende Story generieren in To Thávma tis thálassas ton Sargassón (The Miracle of the Sargasso Sea) einen mit Aalen garnierten Provinzalbtraum mit mehreren Interpretationsebenen.

Knut Elstermann begrüßte im Berlinale Nighttalk den Regisseur Syllas Tzoumerkas und Hauptdarstellerin Angeliki Papoulia und sprach mit den beiden über "The Miracle of the Sargasso Sea". [mehr]

The Miracle of the Sargasso Sea - Angeliki Papoulia und Syllas Tzoumerkas © snapshot-photography/Seeliger
snapshot-photography/Seeliger
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21:30

Berlinale | Forum

Monsters.

Originaltitel: Monștri.

Dana kommt nach Bukarest zurück und beschließt, nicht nach Hause zu fahren. Sie bezahlt den Taxifahrer für die ganze Nacht. Zur selben Zeit geht Andrei zum Sport und hat danach Sex mit einem Mann. Am nächsten Morgen treffen sich Dana und Andrei in ihrem Ehebett und verbringen den Tag zusammen. Es könnte ihr letzter gemeinsamer sein.

Monsters. - Regisseur Marius Olteanu, Judith State, Cristian Popa © snapshot-photography/Seeliger
snapshot-photography/Seeliger

Eine Beziehungsgeschichte in drei Kapiteln, die Zustandsbeschreibung eines Paares im Verlauf von 24 Stunden. Es geht nicht um eine psychologische Annäherung, vielmehr um das Einfangen von Stimmungen und Atmosphären. Auch wenn Dana und der Taxifahrer kein ausführliches Gespräch führen, wird alles gesagt. Man spürt ihre Einsamkeit, wenn sie nach dem Telefonat mit Andrei ihr Handy ausmacht. Er wiederum wirkt seltsam verloren in der Wohnung des Sexpartners.

Die nächtlichen Kapitel sind im 1:1-Format gedreht und fokussieren einen Mann und eine Frau, die jeweils auf sich selbst zurückgeworfen sind. Am Morgen weitet sich der Bildausschnitt und das Paar muss sich fragen, ob es noch Raum und Platz für Gefühle gibt. Was ist geschehen? Weshalb können die beiden trotz der Nähe und Zärtlichkeit, die sie füreinander empfinden, einander keinen Halt mehr geben?

Im Berlinale Nighttalk sprach Knut Elstermann mit dem Regisseur Marius Olteanu sowie den beiden hauptdarstellern Judith State und Christian Popa über den Film "Monsters.". [mehr]

Monsters. - Regisseur Marius Olteanu, Judith State, Cristian Popa © snapshot-photography/Seeliger
snapshot-photography/Seeliger
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21:20

Berlinale | Wettbewerb

Out Stealing Horses (Pferde stehlen)

Originaltitel: Ut og stjæle hester

November 1999. Trond Sander ist 67 und hat sich nach dem Tod seiner Frau aus Oslo in einen kleinen Ort im Osten Norwegens zurückgezogen. Das Jahrtausend neigt sich dem Ende entgegen und mit ihm, so scheint es, auch Tronds Leben. In einer Winternacht erkennt er in seinem Nachbarn Lars plötzlich einen alten Bekannten aus der Jugendzeit wieder. Eine Begegnung, die Erinnerungen an das Jahr 1948 aufsteigen lässt.

Hans Petter Moland © snapshot-photography/T.Seeliger
snapshot-photography/T.Seeliger

Gemeinsam mit seinem bewunderten Vater verbrachte Trond einen ganzen Sommer in einer einfachen Holzhütte am Fluss. Lange Nachmittage im Wald, Ausritte auf Wildpferden und harte Arbeit beim Holzschlagen verschwimmen zu einem Bilderbogen zwischen unbeschwertem Glück und schicksalsträchtigen Erlebnissen.

Inmitten der atemberaubenden Gebirgs- und Flusslandschaft zwischen Norwegen und Schweden inszeniert Hans Petter Moland ein Drama um Liebe, Verlust und Enttäuschung, um lebenslange Traumata und Schuldgefühle. Auf der Grundlage von Per Pettersons preisgekröntem Roman „Pferde stehlen“ thematisiert der Film zugleich die norwegische NS-Vergangenheit. Das Schwanken zwischen Kollaboration und Widerstand hat auch private Entscheidungen beeinflusst und ist ein unauslöschlicher Teil von Tronds Kindheitserinnerungen.
Quelle: Berlinale

Knut Elstermann begrüßte den Regisseur Hans Petter Moland im Berlinale Nighttalk und sprach mit ihm über seinen Wettbewerbsfilm "Out Stealing Horses".
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21:10

Berlinale Gastkritiker

Christian Friedel

Schauspieler Christian Friedel (u.a. Babylon Berlin) ist heute unser Gastkritiker und hat folgende Wettbewerbsfilme gesehen: "The Operative" und "Mr. Jones".

Christian Friedel © snapshot-photography/T.Seeliger
snapshot-photography/T.Seeliger

69. Berlinale

radioeins - Das Berlinale-Radio

7. bis 17. Februar 2019

radioeins Kino

Auch in diesem Jahr waren wir wieder vor Ort und berichteten live von den Filmfestspielen. Ob Berichte vom Roten Teppich, aktuelle Filmkritiken oder spannende Interviews - radioeins war und ist ... [mehr]