Mi21.02.
22:00 - 23:59

Berlinale Radio

Der Berlinale Nighttalk

mit Knut Elstermann

Der Berlinale Nighttalk live aus der radioeins xXLounge im CinemaxX am Potsdamer Platz.

Knut Elstermann © radioeins, Jochen Saupe

Unser Gastkritiker ist heute der Schauspieler Wanja Mues. Außerdem erwartet Knut Elstermann zum Film "Mein Bruder heißt Robert und ist ein Idiot" (Wettbewerb) den Regisseur Philip Gröning und die Schauspielerin Julia Zange sowie viele andere Gäste...

23:50

Berlinale

Jibril

Interview mit Regisseurin Henrika Kull und Darsteller Malik Adan.

Regisseurin Henrika Kull und Darsteller Malik Adan © snapshot-photography/Seeliger
© snapshot/Seeliger

Zum Film: Auf einer Party tauschen Maryam und Jibril Blicke. Jahre später trifft Maryam den jungen Mann zufällig wieder, als sie ein Paket im Gefängnis abgeben soll. Der Empfänger ist Jibril, der dort eine mehrjährige Strafe verbüßt. Die Anziehung zwischen der alleinerziehenden Dreifach-Mutter und dem Häftling ist noch genauso stark wie damals. Mit Feuereifer stürzt sich Maryam in die vorerst weitgehend platonische Romanze, die auf beiden Seiten einerseits Sehnsüchte stillt, andererseits aber auch Verlangen weckt. Doch eine Beziehung mit jemandem zu führen, der nicht anwesend ist, der an ihrem Leben nicht partizipieren, den sie nicht einmal richtig kennenlernen kann, ist eine Herausforderung für Maryam. Und auch für Jibril ist seine Situation als Gefangener zunehmend schwer zu ertragen.
Henrika Kull inszeniert in ihrem ersten Spielfilm die intimen Szenen in nahen Bildern und mit einer beeindruckenden Natürlichkeit und wirft anhand der besonderen Situation ihrer beiden Protagonisten eine große Frage auf: Wann genau kennt man jemanden wirklich – oder verliebt man sich ohnehin nur in die eigene Traumvorstellung vom Verliebtsein?
Quelle: Berlinale

Regisseurin Henrika Kull und Darsteller Malik Adan © snapshot-photography/Seeliger
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23:40

Berlinale

Aufbruch

Interview mit Regisseur Ludwig Wüst und Hauptdarstellerin Claudia Martini.

Regisseur Ludwig Wüst und Hauptdarstellerin Claudia Martini © snapshot-photography/Seeliger
© snapshot/Seeliger

Zum Film: Zwei geschundene Seelen begegnen sich zufällig, irgendwo auf dem platten Land. Ein Mann und eine Frau, beide nicht mehr jung und beide mit einer großen Enttäuschung konfrontiert. Sie verstehen einander, auch ohne viele Worte, und geben sich auf einer gemeinsamen Teilstrecke ihres Lebens gegenseitig Halt.
Das Kino hat schon verschiedenste Richtungen eingeschlagen, um von Verzweiflung, Schmerz, Trauer und Einsamkeit zu erzählen. Dieser Film geht einen ganz eigenen Weg. Er führt von einer verlassenen Tischlerwerkstatt über ein heruntergekommenes altes Haus zu einem Hafengelände. Die Gangart ist gemächlich, die Gegend menschenleer. Eine Flasche Schnaps, einen Strauß Gladiolen, ein paar Äpfel und Kartoffeln, eine Fotografie, einen Koffer und ein Buch mit russischen Gedichten – viel mehr braucht es nicht als Beiwerk für den minimalistischen Plot. Als der Mann ein Holzkreuz zimmert, ist das eine von mehreren Szenen, in denen Hände am Werk zu sehen sind. Zwischen Reduktion und Pathos, mit eindrucksvoll fotografierten Bildern von großer Intensität und gelegentlichem kraftvollem Percussion-Einsatz entfaltet sich ein intimes Drama, das um die Fragen kreist, woher man kommt und wohin man geht.
Quelle: Berlinale

Regisseur Ludwig Wüst und Hauptdarstellerin Claudia Martini © snapshot-photography/Seeliger
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23:10

Berlinale

Madeline’s Madeline

Interview mit Regisseurin Josephine Decker und Schauspielerin Helena Howard.

Regisseurin Josephine Decker mit Schauspielerin Helena Howard (l.) © snapshot-photography/Seeliger
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Zum Film: Madeline ist manchmal Katze, manchmal Schildkröte. Aber auch wenn sie Madeline ist, weiß man nicht, ob sie Madeline gerade nur spielt. In den Augen ihrer besorgten Mutter (Miranda July) ist sie ein verletzliches Wesen, dessen psychische Störung nach Fürsorge verlangt und nach medizinischer Behandlung. Auf der Bühne aber, im Theaterworkshop der bis ins Extrem fordernden, manchmal leichtsinnigen Evangeline (Molly Parker), ist Madeline stark, beeindruckend, eine Naturgewalt. Auch Josephine Decker verlangt ihrer fantastischen Darstellerin Helena Howard alles ab. Ihr dritter Spielfilm lotet die ebenso heilsamen wie potenziell destruktiven Kräfte der Performance, des Spiels mit Identitäten und Rollen aus. Wie Madeline selbst bleibt auch Madeline's Madeline stets zweideutig. Muss man wirklich festlegen, was psychische Krankheit ist und was einfach das Aufbegehren eines Teenagers? Die Grenze zwischen Liebe und übertriebener Obhut definieren? Wo liegt in einem legitimen künstlerischen Prozess, in dem jeder gibt und nimmt, die Schwelle zur Ausbeutung? Gibt es überhaupt Kreativität ohne Zerstörung?
Quelle: Berlinale

Regisseurin Josephine Decker mit Schauspielerin Helena Howard (l.) © snapshot-photography/Seeliger
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22:25

Berlinale

Eldorado

Interview mit Regisseur Markus Imhoof.

Regisseur Markus Imhoof © snapshot-photography/Seeliger
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Zum Film: Als Markus Imhoof, geboren 1941, ein kleiner Junge war, nahmen seine Eltern das italienische Flüchtlingskind Giovanna bei sich in der Schweiz auf. Doch die große Politik riss die Kinderfreundschaft auseinander. Die Erinnerungen daran veranlassen den Regisseur, sich mit der aktuellen europäischen Flüchtlingspolitik zu beschäftigen. Ein italienisches Marineschiff vor der libyschen Küste nimmt 1800 Bootsflüchtlinge an Bord. Keiner von ihnen hat die Chance, legal nach Europa zu kommen. Vom Schiff geht es in ein Flüchtlingslager mit einer durchschnittlichen Aufenthaltsdauer von acht bis 15 Monaten. „Wir versprechen ihnen nicht das Paradies, aber es wird jeden Tag besser“, sagt ein Helfer. Doch wer das Lager verlässt, für den bleibt oft nur Schwarzarbeit. Frauen, die zur Prostitution gezwungen sind. Männer, die sich auf Tomatenplantagen verdingen. Resümee eines Betroffenen: „Das hier ist kein Leben, es ist nicht mal Überleben.“ Und wie ergeht es den wenigen, die in der Schweiz aufgenommen werden? Imhoof hinterfragt das System der organisierten Hilfe, das Geflüchtete in einen teuflischen Kreislauf entlässt, der meist von ökonomischen Interessen bestimmt wird. Ein leiser Film, der zur eindringlichen Mahnung wird.
Quelle: Berlinale

Regisseur Markus Imhoof © snapshot-photography/Seeliger
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22:10

Berlinale

Mein Bruder heißt Robert und ist ein Idiot

Interview mit Regisseur Philip Gröning und Schauspielerin Julia Zange.

Regisseur Philip Gröning und Schauspielerin Julia Zange © snapshot-photography/Seeliger
snapshot-photography/Seeliger

Zum Film: Sommer. Inmitten wogender Kornfelder, neben einer Tankstelle auf dem Land. Robert hilft Elena bei der Vorbereitung auf die Abiturprüfung in Philosophie. Die beiden sind Zwillinge und leben in ihrer eigenen Welt. Manchmal sind sie zärtlich miteinander, manchmal schlagen sie aufeinander ein. Robert trinkt Bier, redet über Brentano, Heidegger. „Der Sinn des Seins ist die Zeit.“ Sie sind verbunden durch Rituale, Spiele, Wetten. Elena ist eifersüchtig auf ihre beste Freundin und will wissen, ob Robert mit ihr geschlafen habe. Er antwortet nicht. Sie provoziert ihn mit einer Wette: „Vor dem Abitur vögele ich mit einem. Irgendeinem.“ Wenn sie verliert, bekommt er den Golf. Wenn sie gewinnt, muss er sich etwas von ihr wünschen. Egal was, aber keine Gegenstände. Es bleiben 48 Stunden, um die Philosophie zu begreifen und eine Wette zu gewinnen. Aus Spiel wird Ernst und das Ende der Kindheit rückt näher und näher.
Philip Gröning beschreibt die Zeit des Umbruchs an der Schwelle zum Erwachsenwerden, und das subjektive Zeitempfinden der Zwillinge bestimmt den Rhythmus des Films. Der letzte gemeinsame Sommer könnte ewig weitergehen. Je mehr die beiden darum kämpfen, voneinander loszukommen, desto mehr verlieren sie sich in ihrer Symbiose.
Quelle: Berlinale

Regisseur Philip Gröning und Schauspielerin Julia Zange © snapshot-photography/Seeliger
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22:05

Berlinale

Gastkritiker Wanja Mues

Unser Gastkritiker war der Schauspieler Wanja Mues, der sich für uns die Filme "Unsane" und "Mein Bruder heißt Robert und ist ein Idiot" angesehen hat.

Wanja Mues © snapshot-photography/Seeliger
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69. Berlinale

radioeins - Das Berlinale-Radio

7. bis 17. Februar 2019

radioeins Kino

Auch in diesem Jahr waren wir wieder vor Ort und berichteten live von den Filmfestspielen. Ob Berichte vom Roten Teppich, aktuelle Filmkritiken oder spannende Interviews - radioeins war und ist ... [mehr]