Mi12.09.
13:00 - 16:00

mo-do, 13:00 - 16:00

radioeins ab eins

mit Steen Lorenzen

Steen Lorenzen © rbb, Jim Rakete

Neue Songs und große Alben, junge Götter und alte Helden – radioeins atmet Musik und Sie atmen mit. Täglich gibt es eine neue Story über das Album der Woche. Dienstags gibt es "Strom und Drang" und am Mittwoch sind wir "Back in Black" mit dem Vinyl der Woche. Und damit, dass hier alle wichtigen Musiker zu Wort kommen, die in, über oder nicht weit entfernt von Berlin und Brandenburg unterwegs sind, müssen wir ja wohl nicht großartig angeben, oder?

15:38

Angebliche "technische Probleme"

Berliner Schaubühne muss Tournee in China abbrechen

Die Berliner Schaubühne muss nach einem Eklat während der Aufführung von "Ein Volksfeind" in Peking ihre China-Tournee abbrechen.

Christoph Gawenda und Thomas Bading in "Ein Volksfeind" © Arno Declair
Arno Declair

Die chinesische Staatszensur hat die Berliner Schaubühne gezwungen, ihre China-Tournee abzubrechen. Offiziell wurde dem Schaubühne-Team gesagt, es gebe technische Probleme. Wirklicher Hintergrund des Eklats dürfte aber die Aufführung des Stückes „Ein Volksfeind“ von Hendrik Ibsen sein, in dem es um Wahrheit, Meinungsfreiheit und die Manipulierbarkein der Massen geht. Keine wirklich beliebten Themen bei der chinesischen Staats- und Parteiführung.

Am Ende der ersten Vorführung in Peking traten die Darsteller in einen offenen Dialog mit dem Publikum. Dabei beklagten sich Zuschauer über Zensur und die Verlogenheit der Staatspresse. Eine zweite Aufführung durfte in Peking nur in einer entschärften Version gespielt werden. Die nächsten Vorstellungen in der Stadt Nanjing wurden nun gestrichen.

Steen Lorenzen sprach darüber mit Tobias Veit, dem Direktor der Schaubühne. [mehr]

15:10
Rubrik telefonverlosung

Album der Woche

Molecules von Sophie Hunger

Molecules von Sophie Hunger
Caroline (Universal Music)

Persönliche Tiefpunkte oder Trennungen sind oft eine Inspirationsquelle in der Musik. Das eigene Leid kreativ zu nutzen und dadurch zu überwinden ist ein bewährtes Konzept. Auch Sophie Hunger geht auf ihrem neuen Album diesen Weg und hat musikalisch einen Neuanfang gesucht.
 
Molecules  entstand hauptsächlich in London und ist ein sehr elektronisches Album geworden. Auch verzichtet die Schweizerin mit Wohnsitz in Berlin diesmal auf die Mehrsprachigkeit ihrer Songs und singt konsequent Englisch. Nur im sehr zarten Schlusstitel Cou Cou bricht sie das Prinzip und streut ein paar französische Zeilen mit ein. Die meisten Titel des Albums vermitteln eine dunkle elektronische Stimmung, passend zu den Themen der Songs.
 
Aber das ist auch nur eine Etappe auf Sophie Hungers Weg, denn das nächste Album könnte wieder komplett anders klingen. 
 
Vom 15-19. September spielt Sophie Hunger fünf Konzerte auf ihrer Berlin Clubtour. Die Konzerte sind ausverkauft, aber für das Zusatzkonzert 20.09 im SO36 gibt es noch Karten.   
[mehr]

14:10

Ausstellung

The Times They Are A-Changin'

Bis 22. Dezember 2018 in der Galerie Bastian am Kupfergraben

"The Times They Are A-Changin'" (Bob Dylan), der Titel der Ausstellung, Zitat aus einem Lied Bob Dylans, sagt mehr über Raum und Zeit aus als über ein Künstlerprogramm. Und so verbindet sich die kommende letzte Ausstellung in der Galerie Bastian Am Kupfergraben mit einem Abschied und einem Neubeginn. Annähernd eine Dekade Arbeit endet an einem wirklich einzigartigen Ort im Kontext der Museumsinsel Berlins.

Mark Alexander »White Mannheim II« 2010 © Mark Alexander
Mark Alexander

Die Galeristen das Glück mit David Chipperfield in einer besonderen Topographie ein viel beachtetes Haus zu bauen; der Mut, dieses Haus zu bauen, verbindet sich jetzt mit der Freude, es als Geschenk der Stiftung Preußischer Kulturbesitz im Januar 2019 zu übergeben. Das Haus wird in einem neuen kulturellen Kontext seine Zukunft selbst bestimmen.

Sie werden an einem anderen Ort in Berlin ein neues Haus bauen, die Ausstellungen fortsetzen und zugleich die Tätigkeit der Galerie in einer Dependance in Londons Mayfair Ende dieses Jahres aufnehmen.

Die letzte Ausstellung in der Galerie Bastian Am Kupfergraben stellt in Räumen, die den Werken einzelner Künstler gewidmet sind, divergierende, motivische Denkbilder vor. Der Dialog zwischen den Arbeiten von Joseph Beuys und Anselm Kiefer ist eines der wesentlichen Motive der Ausstellung.

Im Mittelpunkt dieser Präsentation steht jedoch noch einmal das Bekenntnis zu Joseph Beuys, dessen Arbeiten in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts in archaisch anmutenden Architekturen und Formen eine neue Sprache der Kunst ›geschrieben‹ haben: keine Denkmäler des musealen Glanzes und der Vereinnahmung, keine Denkmäler des Glücks! Stattdessen existentielle Fragen zur grundsätzlichen Bedeutung der Kunst.

Über die Ausstellung "The Times They Are A-Changin'" in der Galerie Bastian sprach Steen Lorenzen mit dem Galeristen Aeneas Bastian. [mehr]

Mark Alexander »White Mannheim II« 2010 © Mark Alexander
Mark Alexander
Download (mp3, 11 MB)
13:40

Back in Black

Flowers In The Spring von The Molochs

Das Vinyl der Woche

Die CD ist längst vom Aussterben bedroht und das MP3 viel zu virtuell. Darum feiert radioeins das schwarze Gold – zusammen mit den Berliner Plattendealern unseres Vertrauens. Jede Woche stellen sie uns ein Album vor, das nur auf Vinyl so klingt, wie es klingen soll. Die Schallplatte lebt - immer mittwochs um 13:40 live auf radioeins.

Flowers In The Spring von The Molochs
Innovative Leisure (Rough Trade)

Singer /Songwriter Lucas Fitzsimons, wurde in einer historischen Stadt in der Nähe von Buenos Aires geboren und wuchs in LA’s  South Bay auf. Im Sommer, bevor er die Mittelschule begann, bekam ein enger Freund eine elektrische Gitarre, und Fitzsimons fühlte sofort seine unsterbliche Liebe für das Instrument. Als er 12 Jahre alt war, bereiste er mit seinen Eltern Argentinien. In der ersten Nacht entdeckte er im Keller des Familiensitzes eine längst vergessene, fast zerbrochene klassische Gitarre. Er legte sie während der ganzen Reise nicht mehr aus der Hand. Seine erste eigene Gitarre, kaufte er quasi sofort nach der Landung in LA.

Er versuchte sich in etlichen Bands, fand seinen Stil, und nach einer weiteren Reise nach Indien gründete er dann zusammen mit seinem Freund Ryan Foster die Molochs.
 
Gegeben „garage-y proto-punk-y folk-y rock“, und zwar völlig unprätentiös, mit maximalem understatement – und völlig entspannt und unaufgeregt.

Auf ihrem nunmehr dritten Album „Flowers In The Spring“ treffen wieder Jingle-Jangle-Guitarren, Vintage –Sounds auf fantastische Melodien und Gesangsharmonien. Es gibt sogar Streicher!

 
Inhaltlich geht es eher weniger ums Wohlfühlen, sondern um enttäuschte (Teenage)-Liebe und vergleichbar „heitere“ Themen, diese aber herrlich ironisch interpretiert.

Wie es sich für perfekte Pop-Songs gehört!
 
Stephan Schulze (Dodo Beach)

Flowers In The Spring von The Molochs
Innovative Leisure (Rough Trade)