Mo06.05.
16:00 - 19:00

Sondersendung zur re:publica

mit Katja Weber und Holger Klein

Katja Weber

Die größte Konferenz der digitalen Gesellschaft findet vom 6. bis 8. Mai in der Station Berlin statt und plädiert für eine Auseinandersetzung mit dem Kleingedruckten und der Dringlichkeit, sich mit Themen kritisch auseinanderzusetzen und nicht zu vereinfachen. radioeins sendet am 6. Mai von 16 bis 19 Uhr. Vor Ort sind die Kollegen Katja Weber und Holger Klein.

18:20

re:publica19

Kinder und Technik

Digitale Medien halten Einzug in Kita und Grundschule. Die einen freut es, andere gruseln sich. Werden digitale Medien gebraucht, um moderne Pädagogik zu simulieren?

Ein Schüler mit einen Tablet vor einer Schultafel mit mathematischen Gleichungen © imago/imagebroker
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Die kindliche Faszination an ihnen kann ein wunderbarer Motor für kindliches Lernen sein.  
 
Auf der re:pubica werden fünf Projekte gezeigt, wie Kinder sich und die Welt mit allen Sinnen crossmedial entdecken und beflügeln.
 
Wir sprechen darüber mit Lena Grüber vom Fachverlag für Pädagogik...

Ein Schüler mit einen Tablet vor einer Schultafel mit mathematischen Gleichungen © imago/imagebroker
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18:10

re:publica19

Vom Online-Buchhändler zum Städtebauer

Amazons neue Rolle als Urban Player

Amazon verändert die Städte! Für sein neues Hauptquartier HQ2 spielt das Unternehmen Kommunen gegeneinander aus, an seinem Stammsitz in Seattle dominiert es bereits die lokale Wirtschaft. Mit der Übernahme der Bioladenkette Whole Foods, kassenlosen Supermärkten und Pop-Up Stores drängt der Onlinehändler in die Innenstädte, für deren Niedergang er selber mitverantwortlich ist. Was ist von Amazons Stadtambitionen zu halten, angesichts monopolistischer Strukturen und prekärer Arbeitsbedingungen?

Amazon-Chef Jeffrey P. Bezos © imago/ZUMA Press
imago/ZUMA Press

Jeff Bezos, Amazon-Gründer und reichster Mensch der Welt, rief 2017 den größten Städtewettbewerb aus, den die Welt bis dato erlebt hat. Zu „gewinnen“ gab es den Standort für Amazons zweiten Firmensitz HQ2 und 50.000 Jobs. Die Resonanz war überwältigend!
 
Mehr als 200 Städte folgten dem Aufruf. Sie gaben nicht nur Standortfakten zu Demografie, Infrastruktur und Wirtschaft preis, sondern überboten sich auch mit Steuervergünstigungen, finanziellem Beistand und weiteren Anreizen.
 
Ende 2018 erklärte Amazon überraschend, nicht einen, sondern gleich zwei neue Firmensitze zu errichten: In Long Island City (Queens, NYC) und in Crystal City, einem Vorort von Washington DC, sollten jeweils 25.000 Arbeitsplätze entstehen - die Hälfte der ursprünglich versprochenen Jobs. Die Gewinnerstädte stellten dafür Suventionen von über 2 Mrd. Dollar in Aussicht.
 
In New York demonstrierten BürgerInnen gegen die Ansiedlung, Amazon zog seine Pläne schließlich zurück.
 
Auch andernorts ist Amazon als Stadtmacher aktiv. An ihrem Stammsitz in Seattle belegt die Firma 20 Prozent der Büroflächen. Durch die Übernahme der Bioladenkette Whole Foods hat der Onlinehändler den Schritt ins Offline-Geschäft gewagt. Neben Sojamilch und Tofu liegen Alexa-Lautsprecher im Regal, Kunden können bestellte Pakete im Laden abholen. Amazon betreibt auch kassenlose Supermärkte, liefert Lebensmittel aus und experimentiert mit Pop-Up Stores, wie zuletzt am Kurfürstendamm.
 
Amazons Evolution vom Online-Buchhändler zum Städtebauer wirft grundsätzliche Fragen zum Verhältnis von Wirtschaft und Stadtentwicklung auf. Dem Unternehmen wird vorgeworfen, für den Niedergang der Innenstädte mitverantwortlich zu sein, die Arbeitsbedingungen gelten als schlecht. Was also ist von Amazons wachsender Rolle als städtischer Akteur zu halten?
 
In Berlin werden die Campuspläne von Google, Siemens und Zalando ebenfalls kontrovers diskutiert. Welche Lehren ermöglicht die Kontroverse um Amazon für den Umgang mit Tech-Firmen in der Hauptstadt? radioeins-Reporter Holger Klein hat sich umgehört...

Amazon-Chef Jeffrey P. Bezos © imago/ZUMA Press
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17:40

re:publica19

Drip

Wieso eine Menstruations-App vernünftig programmiert sein sollte?!

Period Tracking-Apps gehören derzeit aus gutem Grund zu den beliebtesten Health-Tracking-Apps. Datenschutz, Transparenz und Geschlechtervielfalt werden jedoch häufig nicht berücksichtigt. Darüber hinaus verarbeiten diese Apps sehr sensible Informationen über uns...

Eisprung - Merkzettel in einem Terminplaner
imago images / f8 das Bild

In einem Workshop von Marie Kochsiek werden Theorie und Praxis rund ums Period Tracking zusammengeführt. Sie gibt einen Überblick über Apps zur Bestimmung des Zyklus' und diskutiert die potenziellen Vorteile und Risiken für die Nutzerinnen.
 
Wir sprechen mit der Sozialwissenschaftlerin und Software-Entwicklerin auf radioeins... [mehr]

Eisprung - Merkzettel in einem Terminplaner
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17:20

re:publica19

Journalismus im digitalen Zeitalter

Journalisten befinden sich immer mehr im Sperrfeuer von Themen. Vor allem Populisten haben die Meinungsmacht des Digitalen für sich entdeckt und versuchen die Medien mit verkürzten Halbwahrheiten und bewusst geschürten Ängsten vor sich herzutreiben. Was kann der Journalismus dagegen tun? Und was bedeutet Relevanz überhaupt noch in diesen Zeiten?  

Donald Trumps Twitteraccount (Screen)
radioeins/Günther

Die Massenmedien haben ihre exklusive Gatekeeperfunktion im Digitalen Zeitalter eingebüßt. Relevant ist nicht mehr automatisch, was viele betrifft, sondern worüber viel gepostet, gechattet und getwittert wird.
 
Ob Trump, Salvini, Strache oder AfD: Vor allem Populisten nutzen die Wirkmacht des Digitalen für sich. Mit teils künstlich in die Höhe getriebenen Klickzahlen lenken sie den Fokus gezielt auf einzelne Themen und Geschichten, um so die öffentliche Wahrnehmung in ihrem Sinne zu beeinflussen.
 
Journalisten werden in diesem System zu Getriebenen, professionelle Auswahlkriterien laufen Gefahr bei der gesellschaftlichen Relevanzzuschreibung an Bedeutung zu verlieren.
 
Wir sprechen darüber mit Georg Restle, Ressortleiter Monitor/WDR. [mehr]

Donald Trumps Twitteraccount (Screen)
radioeins/Günther
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17:10

re:publica19

Bildungsrevolution: Besser Lernen mit VR

"If you don't feel it, you won't remember it." Oft ist die Art, wie man in Schule und Universität lernt, von diesem Spruch weit entfernt. Stattdessen heißt es: Bulimielernen. Schnell auswendig gelernt und ebenso schnell wieder vergessen. VR kann das ändern. Die Erlebnisse einer guten VR Experience vergisst man nicht. In dieser Session geht es um die Möglichkeiten, die VR für die Bildung bietet, und um die Herausforderungen, die sich daraus ergeben.

Ein Mann mit einer VR-Brille spielt auf der "Gamesweekberlin" ein Computerspiel © dpa/Monika Skolimowska
dpa/Monika Skolimowska

SchülerInnen und Studierende finden VR-Experiences zum Lernen spannender als Bücher oder normale Videos. Das hat die Universität von Warwick in einer Studie herausgefunden. Das ist zunächst nicht überraschend, aber darüber hinaus stellten die Forscher*innen fest: Diejenigen, die VR zum Lernen genutzt hatten, schnitten auch in Tests besser ab als die anderen Gruppen. Könnte VR also die Art, wie wir lernen, revolutionieren?
 
Virtual Reality Experiences und 360°-Videos bieten einen neuen Zugang zu vielen Themen: Statt sich nur theoretisch einzulesen, kann man viele Situationen direkt nacherleben. Wie war es, zu DDR-Zeiten die Schulbank zu drücken? Wozu brauchen die Forscher des Helmholtz-Zentrums Geesthacht ein Schnellboot, einen Zeppelin und einen Ultraleichtflieger? Wie geht es den Menschen, die schon jetzt die Auswirkungen des Klimawandels spüren, zum Beispiel weil Stürme ihre Häuser zerstören?
 
Wer die VR-Brille aufgesetzt hat, erlebt diese Situationen, als wäre er oder sie selbst dabei. So entstehen bleibende Erinnerungen, so wird Interesse an Themen geweckt, die sonst trocken wirken oder nichts mit der eigenen Lebenswelt zu tun haben.
 
Gleichzeitig bedeutet es für VR-Schaffende auch eine Herausforderung: Wie wirkt VR? Wie schafft man ein Erlebnis, dass Studierende und vor allem Jugendliche anspricht, aber nicht überfordert? Über die Möglichkeiten und Herausforderungen von VR soll in dieser Session diskutiert werden.
 
radioeins Reporter Holger Klein berichtet...

Ein Mann mit einer VR-Brille spielt auf der "Gamesweekberlin" ein Computerspiel © dpa/Monika Skolimowska
dpa/Monika Skolimowska
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16:38

re:publica

Wie Populisten uns auf Social Media vor sich hertreiben und was wir dagegen tun können

Es ist immer das gleiche Muster: Trolle lenken mit konzentrierten Aktionen die mediale Aufmerksamkeit auf bestimmte Themen, sei es Kriminalität von Geflüchteten oder Toastbrot essende Umweltaktivist*innen. Populisten und Meinungsmacher springen auf - und das Thema ist gesetzt. Die Beispiele sind zahlreich und beinahe täglich kommen neue hinzu. Wie erkennt man solche Aktionen und wie können Medien und Öffentlichkeit verhindern, sich instrumentalisieren zu lassen?

Die Journalistin Eva Horn © radioeins/Nina Klippel
radioeins/Nina Klippel

Immer wieder schaffen es (rechten) Trollgruppen, Populisten und Meinungsmachern, Themen zu setzen und den öffentlichen Diskurs zu beeinflussen. Besonders gut gelungen ist ihnen das zum Jahreswechsel 2018/2019, als Angriffe von betrunkenen jugendlichen Asylbewerbern auf Unbeteiligte die Berichterstattung nahezu aller überregionalen Medien bestimmten - und es als Hauptnachricht in die Abendnachrichten schafften. Ende Januar 2018 wurde die minderjährige Klimaschutz-Aktivistin Greta Thunberg mit einem Shitstorm überzogen. Auslöser war ein Instagram-Post, auf dem das Mädchen während einer tagelangen Zugreise in Plastik verpacktes Essen isst.

Solche konzentrierten Aktionen gibt es mittlerweile beinahe im Wochentakt. Und der Aufbau der organisierten Empörungswellen ist so einfach wie wirkmächtig. Desinformation in den sozialen Medien droht das bestimmende Thema im Wahljahr 2019 zu werden - und wo das hinführen kann, kann man in den USA und in Brasilien bereits besichtigen.

Die Session "Wie Populisten uns auf Social Media vor sich hertreiben - und was wir dagegen tun können" soll erklären, wie Trolle, Populisten und Meinungsmacher vorgehen, wie sie versuchen, Agendasetting zu betreiben und versuchen zu ergründen, warum ihnen das so oft gelingt. Wie können Medienhäuser und Öffentlichkeit verhindern, sich instrumentalisieren zu lassen? Welche Muster lassen sich feststellen? Was sollten Journalist*innen bei ihrer täglichen Arbeit beachten?

Wir sprechen darüber mit Eva Horn. Sie ist Social-Media-Redakteurin bei SPIEGEL ONLINE und schreibt als freie Autorin für verschiedene Medien.

Die Journalistin Eva Horn © radioeins/Nina Klippel
radioeins/Nina Klippel
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16:10

Digitalkonferenz

re:publica 19 - ein Überblick

Europas größte Konferenz zu den Themen Internet und digitale Gesellschaft ist heute wieder gestartet. Unter dem Motto "tl;dr" [too long; didn't read] findet die dreizehnte Ausgabe des Digital-Festivals vom 6.-8. Mai 2019 in der STATION Berlin sowie erstmalig auch im Deutschen Technikmuseum, dem dazugehörigen Museumspark sowie im neu eröffneten Coworking- und Eventspace B-Part Am Gleisdreieck statt.

Eröffnung der re:publica 2019 © Stefanie Loos/re:publica
Stefanie Loos/re:publica

"Die re:publica wird so abwechslungsreich und thematisch vielfältig wie nie zuvor und ist damit eine Zeitgeist-Dokumentation der digitalen Gesellschaft", sagt Andreas Gebhard, Geschäftsführer und Mitgründer der re:publica. "Wir freuen uns auf ein großartiges Programm und dabei ganz besonders auch auf unsere neuen Formate, Event-Flächen und Bühnen."

Das Akronym "tl;dr" steht für "too long; didn't read" und ist das Motto der re:publica Berlin 2019. Damit ist die dreizehnte Ausgabe der Veranstaltung dem Kleingedruckten gewidmet. Den Fußnoten. Der Kraft der Recherche, dem Wissen und der Kontroverse. Der Notwendigkeit und Dringlichkeit, die Themen kritisch zu hinterfragen, die polarisieren, uns spalten – oder auch vereinen. Ganz im Sinne des Mottos kommt das Design der re:publica  in diesem Jahr gänzlich ohne Bilder aus. Es beschränkt sich auf Text; schwarz auf weiß, pedantisch, objektiv und dabei auch ein bisschen komisch.

Einen Überblick über die re:publica19 geben Programmchefin Alexandra Wolf und Mitgründer Markus Beckedahl... [mehr]

Eröffnung der re:publica 2019 © Stefanie Loos/re:publica
Stefanie Loos/re:publica
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Thema

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re:publica

Auf mehr als 20 Bühnen ist ein umfangreiches Programm geplant, mit zahlreichen Einzelvorträge, Panels, Lesungen und Workshops. Thematisch stehen: Nachhaltigkeit, smarte Lösungen in Städten, Stadtentwicklung und Mobilität, “Kultur & Digitalisierung”, “Emanzipation & Technik", Musik & Digitalisierung, Digitale Bildung im Vordergrund.   [mehr]