Album der Woche

Saturday Moon von Chantal Acda

Ihre Karriere begann die im flandrischen Antwerpen lebende und in Holland geborene Sängerin und Songwriterin Chantal Acda 2006 mit dem Projekt "Sleeping Dog". Gemeinsam mit ihrem musikalischen Partner, dem amerikanischen Komponisten und Soundingenieur Adam Wiltzie, machte sie sich einen Namen mit intim-spartanischen Balladen und auch als Solo-Interpretin suchte sie Gleichgesinnte.

Saturday Moon von Chantal Acda
Saturday Moon von Chantal Acda | © Glitterhouse

Der offene Geist der belgischen Musikszene, dem Hotspot von Crossover-Produktionen, machte es möglich und so war sie Teil vieler verschiedener musikalischer Kollaborationen. Sie kam auch in Berührung mit der Neoklassik und begegnete dem namhaften deutschen Pianisten, Komponisten und Produzenten Nils Frahm. Dieser war fasziniert von Acdas reduziertem Kammerpop, lud sie nach Berlin und produzierte ihr 2013 erschienenes Album "Let Your Hands Be My Guide".





Immer wieder arbeitete sie auch mit dem Deus-Bassisten Alan Gevaerts und vor allem mit dem renommierten Jazz-Gitarristen Bill Frisell. Der begleitet sie auch bei einigen Stücken ihres neuen Albums „Saturday Moon“. Ein Album, dass wild und frei wirkt und in Anteilen an die spirituellen Arrangements von Warren Ellis (Nick Cave and The Bad Seeds) erinnert, den die Musikerin verehrt.

Die neuen Songs der Tochter einer niederländischen Opernsängerin zeigen einmal mehr, welch Gespür und welche Verletzlichkeit ihre Stimme zu transportieren in der Lage ist. Dazu drehen sich um existenzielle Themen wie Zeit und Vergänglichkeit. Um Lebensläufe, um Schicksal und um Was-Wäre-Wenn-Geschichten.

Claudia Gerth, radioeins