radioeins Plattenkritiken

CD der Woche
17.08.2018

Soundcheck

Thank You For Today von Death Cab For Cutie

Death Cab For Cutie: Thank You For Today (Warner)
Warner

Ach, diese Stimme! Benjamin Gibbard könnte das Telefonbuch von Seattle singen und vielleicht hätte er das tun sollen. Denn das neunte Studioalbum der von vielen verehrten Band bleibt über weite Strecken fad. Der Versuch, ihren Gitarrenindie-Sound mit dem aktuellen, eher artifiziellen Mainstream-Pop zu vermählen, gelingt nur bei drei oder vier Songs. Die Single „Gold Rush“ wird auf bitter ironische Weise zum Sinnbild: Gibbard thematisiert die Gentrifizierung seiner Heimatstadt Seattle, die Musik dazu klingt wie die Gentrifzierung des Indie-Pop. Daniel Koch, Musikjournalist [mehr]

17.08.2018

Soundcheck

Thunderpussy

Thunderpussy (Stardog/Universal)
Stardog/Universal

Nein, hier fehlt wirklich nichts. Das muskulöse Schlagzeug, die bratzigen Gitarren, der bebende Gesang: Thunderpussy aus Seattle strapaziert auf ihrem Debüt jedes denkbare Hardrock-Klischee. Dass sich die vier (teils queeren) Frauen an einer humorvollen Aneignung des männlichsten aller Männergenres versuchen, heißt nicht, dass sie die Sache nicht ernst nehmen: Die Led-Zeppelin-Riffs liefern sie lehrbuchreif ab - und lassen zugleich erahnen, dass ihnen die Ideen auch nicht ausgehen werden, wenn die Schweinerock-Saga mal auserzählt ist. Julia Lorenz, Tip [mehr]

17.08.2018

Soundcheck

Tangerine Reef von Animal Collective

Animal Collective: Tangerine Reef (Domino)
Domino

Ein audiovisuelles Experiment zum Jahr des Riffs: Der filmische Teil von „Tangerine Reef“ zeigt die atemberaubende Welt der Korallenriffe im Zeitraffer. Hierzu konzipierten Avey Tare, Geologist und Deakin – Panda Bear ist nicht dabei – ambientartige Soundscapes, die an Brian Eno oder die späten Talk Talk erinnern. Eine Projektarbeit, aus der sich das beste und eigenwilligste Animal-Collective-Album seit „Merriwather Post Pavillon“ entwickelte. Torsten Groß, Moderator [mehr]

17.08.2018

Soundcheck

Move Through the Dawn von The Coral

The Coral: Move Through the Dawn (Ignition Records/Indigo)
Ignition Records/Indigo

Mehr Sixties war nie als in den Neunzigerjahren. Die Band aus der Nähe von Liverpool wurde damals sozialisiert und veröffentlichte ab 2003 als Britpop-Nachzügler einige erlesene, teils schwer psychedelische Gitarrenpopalben. Der Furor von damals ist vorbei, aber Meister der Melodie und Melancholie sind die Nostalgiker von der Merseymündung noch immer. Christian Schröder, Tagesspiegel [mehr]

15.08.2018

Back in Black

Snax von Mndsgn

Das Vinyl der Woche

Snax von Mndsgn
Mndsgn

Die CD ist längst vom Aussterben bedroht und das MP3 viel zu virtuell. Darum feiert radioeins das schwarze Gold – zusammen mit den Berliner Plattendealern unseres Vertrauens. Jede Woche stellen sie uns ein Album vor, das nur auf Vinyl so klingt, wie es klingen soll. Die Schallplatte lebt - immer mittwochs um 13:40 live auf radioeins. [mehr]