Das radioeins Parkfest

Daniel Freitag

Ein rastloses Multitalent: Theatermusiker, Produzent, Songschreiber, Filmkomponist und endlich Solo-Künstler! Ist das noch Indie-Pop?

Daniel Freitag
Daniel Freitag | © Hannes Meier

Die Geschichte von Daniel Freitag könnte man wohl als die eines Rastlosen bezeichnen. Zumindest hat der junge Sänger bereits einen beachtlichen Weg hinter sich. Mit seiner ersten Band aus der ostwestfälischen Provinz hin ins Berliner Tempodrom, von dort als Komponist in die Theater der Welt und wieder zurück zu seinen Wurzeln als Songwriter und Produzent.

Die Rastlosigkeit und den Drang in die Ferne spürt man in Daniel Freitags erster Single „This Is How It Started“ - ein Vorgeschmack auf das im Herbst 2017 erscheinende Debütalbum. Mit analogem Sound und opulenten Arrangements malt der Berliner Multiinstrumentalist eine fesselnde Szenerie, die einem Western-Soundtrack entsprungen sein könnte. Inspiriert vom Verve des Breitwand-Kinos trifft hier brodelndes Schlagzeugspiel auf verwegenen Kontrabass, Morricone-artige Gitarren duellieren sich mit verstaubten Analog-Synthesizern. An jeder Ecke wittert man Gefahr. Mit einem eindringlichen, fast lakonischen Gesang entwirft Freitag Bilder der Bedrängnis, dann der Ausbruch mit der Textzeile „Don't you wonder how boring our fears have become“. Angst trifft auf Herausforderung trifft auf heißen Wüstenwind.

Aufgenommen hat Daniel Freitag „This Is How It Started“ wie sein gesamtes Debüt in Eigenregie. Michael Haves (Super700) beteiligte sich als Co-Produzent und Mixer. Beratend zur Seite stand Olaf Opal, der bereits Alben von The Notwist und Die Sterne veredelte. Für die Einspielung der Songs konnte Freitag außerdem Musiker aus der Berliner Jazz-Szene gewinnen. Gemeinsam entstand mit dem Album ein energiegeladener Ritt, vorbei an den Untiefen des verbrauchten Indie-Pops unserer Zeit und damit ein emanzipierter Entwurf, wie scharfsinnige Musik heute klingen kann.

Das Rüstzeug zum Musiker und Produzenten hat sich Daniel Freitag selbst angeeignet. Noch in der Schulzeit richtete er sich im heimischen Keller ein erstes Studio ein, erlernte jedes Instrument, das ihm in die Finger kam und begann so seinen eigenen Sound zu finden. Nach dem Studium der Musikwissenschaft fand Freitag durch Zufall ans Theater. Genauer an die Berliner Schaubühne, wo er sich bei Regisseuren wie Thomas Ostermeier oder Ivo van Hove für die Musik ihrer Produktionen verantwortlich zeichnete und mit ihnen die Theaterbühnen dieser Welt bereiste. Er sang mit Sandra Hüller („Toni Erdmann“) in München, probte mit Juliette Binoche in London und musste sich überlegen, wie man eine Szene musikalisch gestaltet, in der sich Schauspielerstar Lars Eidinger Würstchen in den Allerwertesten schiebt. Darüber hinaus arbeitete er am neuen Album von Johanna Borchert (Jazz-Echo 2015) mit und schreibt Musik für Film-Regisseure wie Vincent Dieutre („Jaurès“) und Kirill Serebrennikov („Der Student“). Nun begibt sich Daniel Freitag erstmals als Solo-Künstler ins Rampenlicht.

Hannes Meier
Veranstaltungsort:
Park am Gleisdreieck (Ostpark)
Möckernstraße
10965 Berlin

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