radioeins Filmarchiv

radioeins Filmarchiv: Ein Mann hält ein Filmband bzw. eine Filmrolle © dpa

Knut Elstermann sitzt seit Jahrzehnten in Kinosesseln und war quasi schon immer Filmjournalist. Für ihn ist kein Film zu klein, kein Kino zu stickig und kein Festivalteppich zu rot. Ob neu im Kino, frisch auf DVD oder Blu-ray gepresst oder einfach ein alter Klassiker - Hier finden Sie seine Film-Rezensionen.

09.11.2017

Komödie

Simpel

David Kross und Frederick Lau in Simpel
Universum Film

Simpel heißt eigentlich Barnabas und liebt seinen Stoffhasen über alles. Der junge Mann, den David Kross anrührend spielt, steht geistig auf dem Niveau eines Kleinkindes. Als seine Mutter stirbt, ist Simpel ganz auf seinen Bruder Ben (Frederik Lau) angewiesen, der ebenso hingebungsvoll wie rettungslos überfordert ist. Der herzerwärmende Film „Simpel“ fragt sehr klug nach Verantwortung und Selbstaufgabe. Nach dem gleichnamigen Roman von Marie-Aude Murail inszenierte Markus Goller eine komische und abenteuerliche Reise in eine Realität, die nicht immer freundlich, aber sehr bereichernd ... [mehr]

09.11.2017

Krimi

Suburbicon

Matt Damon in Suburbicon
Hilary Bronwyn Gayle

„Suburbicon“- eine amerikanische Vorstadtidylle in den 50er Jahren. Der Film erzählt in zwei Geschichten davon, wie plötzlich die sauberen Fassaden bröckeln, als eine afro-amerikanische Familie in die Nachbarschaft zieht und sich im wohlanständigen Haus des kleinen Nicky merkwürdige Todesfälle häufen. George Clooney verfilmte mit Stars wie Matt Damon und Julianne Moore ein Drehbuch der Coen-Brüder. Der Ton des Films wechselt dabei etwas irritierend von Ironie hin zum blutigen Thriller. Aber als schwarze Komödie über ein verlogenes, weißes Amerika bietet „Suburbicon“ gut gespielte, nicht ... [mehr]

02.11.2017

Kino King Knut Elstermann

Filmtipps vom 2. November

Filmtipps vom 02.11.2017
radioeins

Mathilde // Casting // Lady Macbeth [mehr]

02.11.2017

Drama/Historie/Romanze

Lady Macbeth

Lady Macbeth (Bild: Florence Pugh) © KMBO
KMBO

Dieses sehenswerte Debüt von William Oldroyd basiert auf einer Erzählung von Nikolai Leskow. Im faszinierend kühl und tableau-artig inszenierten Film wird die Handlung aus Russland in das viktorianische England verlegt. Katherine, eine junge Frau aus der Unterschicht, wurde in eine grausame Ehe mit einem viel älteren Mann gepresst, verliebt sich in den schönen Landarbeiter Sebastian (gespielt vom Musiker Cosmo Jarvis) und mordet sich rächend durch den Haushalt. Im grandiosen Spiel von Florence Pugh vereint sich entfesselte Leidenschaft mit dem eiskaltem, amoralischen Kalkül der ... [mehr]

02.11.2017

Historie/Drama

Mathilde

Originaltitel: Matilda

Mathilde (Bild: Lars Eidinger, Michalina Olszanska) © 2017 Kinostar Filmverleih GmbH
2017 Kinostar Filmverleih GmbH

Die wüsten Proteste vor der Premiere laufen beim Ansehen dieses opulenten zaristischen Bilderbogens schnell ins Leere. „Mathilde“ ist keine filmische Majestätsbeleidigung. Im Gegenteil, der letzte Zar von Russland, von Lars Eidinger wunderbar einfühlsam gespielt, erscheint in dieser Affäre mit der schönen Ballerina Mathilde als überaus menschlich und bedauernswert – vielleicht zu sehr, wenn man bedenkt, was für ein erzreaktionärer, sturer, royalistisch verblendeter Typ er in Wirklichkeit war. Uchitel inszenierte, zum Teil an Originalschauplätzen, malerisch-prachtvoll und scheute ganz ... [mehr]

02.11.2017

Komödie/Drama

Casting

Casting (Bild: Andrea Sawatzki, Stephan Grossmann) © Arne Höhne Presse/Piffl
Arne Höhne Presse/Piffl

Der Berlinale-Überraschungshit ist ein Meisterstück über die Verletzlichkeit, die ungesicherte, immer schwebende Existenz des Schauspielers. Filmemacher Nicolas Wackerbarth stellt seine Heldin, die Regisseurin Vera (Judith Engel) vor eine schwere Aufgabe: Sie soll das Remake eines Fassbinder-Films drehen, dafür testet sie endlos berühmte Darstellerin in der immer gleichen Szene. Alle leiden unter der Anspannung und überspielen sie. „Casting“ bietet mit seiner feinen Ironie auch den Hochgenuss, großartigen Schauspielerinnen bei der Arbeit zuzusehen und eine Ahnung davon zu erhalten, ... [mehr]

26.10.2017

Kino King Knut Elstermann

Filmtipps vom 26. Oktober

Knut Elstermann
radioeins

Sommerhäuser // Die Unsichtbaren - Wir wollen leben // Django - Ein Leben für die Musik [mehr]

26.10.2017

Biografie/Musik/Drama

Django - Ein Leben für die Musik

Originaltitel: Django

Django (Bild: Reda Kateb) © Roger Arpajou
Roger Arpajou

Der legendäre Musiker Django Reinhardt, ein Meister des Sinti-Jazz, war im Grunde ein unpolitischer Mann. Er war in Frankreich schon ein Star als die Nazis das Land besetzten, und lange versuchte er, die schreckliche Realität auszublenden. Doch die brutalen Verfolgungen erreichten auch seine Familie. Reda Kateb spielt diesen Mann überzeugend als einen sinnenfrohen Künstler, der in die Schlachten der Zeit gerät. Regisseur Etienne Comar schildert nur die zwei schicksalhaften Jahre von 1943 bis 1945 aus dem Leben des Musikers, manchmal mit zu reißerischen Tönen. Doch insgesamt ein ... [mehr]

26.10.2017

Drama/Dokumentation

Die Unsichtbaren - Wir wollen leben

Die Unsichtbaren - Wir wollen leben (Bild: Alice Dwyer) © Tobis Film/Peter Hartwig
Tobis Film/Peter Hartwig

Mitten in der von Goebbels 1943 für „judenfrei“ erklärten Reichshauptstadt versteckten sich über 7000 Verfolgte. Der Film „Die Unsichtbaren“ setzt ihnen auf bewegende Weise ein Denkmal, in dem er ganz unheroisch vier Geschichten junger Juden (einfühlsam,  gespielt von Ruby O. Fee, Alice Dwyer, Aaron Altaras und Max Mauff) erzählt, die unter sehr verschiedenen Umständen überlebten. Regisseur Claus Räfle hat mit den echten Protagonisten Interviews geführt. Er vermag es Dank einer ausgefeilten Montage diese Zeugenaussagen mit gut inszenierten Spielfilmszenen zu einer packenden ... [mehr]

26.10.2017

Drama

Sommerhäuser

Sommerhäuser (Bild: Christine Schorn, Günther Maria Halmer, Laura Tonke, Thomas Loibl, Ursula Werner) © 2017 PROKINO Filmverleih GmbH
2017 PROKINO Filmverleih GmbH

Die Familienmitglieder werden den Sommer im Jahre 1976 niemals vergessen. Sie haben sich auf dem Grundstück der verstorbenen Urgroßmutter versammelt, um zu beraten, was mit den dort stehenden Sommerhäusern geschehen soll. In ihrem schönen Regiedebüt versammelt Regisseurin Sonja Kröner ein ausgezeichnetes Ensemble (darunter Laura Tonke und Ursula Werner) in diesem Garten, eine vielköpfige und vielstimmige Tschechow-Gemeinschaft von Unerfüllten. Ein streckenweise durchaus witziges Sommerstück, hinter dessen sonniger Fassade Abgründe und Verzweiflung lauern, Neid und Bosheit, ... [mehr]