Soundcheck

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Das musikalische Quartett

Die Meinungen der Soundchecker sind hemmungslos subjektiv, euphorisch und polemisch – also immer voller Begeisterung für die Musik. Wenn Sie finden, das Quartett liegt völlig richtig oder auch total daneben, dann melden Sie sich...

03.11.2017

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Screen Memories von John Maus

Screen Memories von John Maus © Domino Records
Domino Records

Nach sechs Jahren meldet sich der verrückte New-Wave-Alleinunterhalter und Philosoph John Maus mit seinem vierten Album zurück. Obwohl er nun auf selbst gebauten Modular-Synthesizern spielt, klingt seine Musik so mitreißend schräg wie eh und je. Seine kurzen, einfachen Kompositionen rauschen heftig, sowohl Suicide als auch DAF sind eindeutige Klang-Referenzen. Maus’ Bariton tönt als ob er in einen Brunnen gefallen wäre – der Hall auf seiner Stimme verhindert oft, die kruden, mit Verweisen auf Philosophen wie Deleuze gespickten Texte verstehen und dechiffrieren zu können – was das ... [mehr]

03.11.2017

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The Animal Spirits von James Holden & The Animal Spirits

The Animal Spirits von James Holden & The Animal Spirits © Border Community
Border Community

Auf dem steinigen Weg vom Laptop-Nerd zum Bandleader hat James Holden ein paar Abkürzungen genommen. Waren seine Soloalben noch vom strengen Electronica-Zuchtmeister Aphex Twin geprägt, so erkundet der Brite mit einem erstaunlich vielseitigen Musikerkollektiv nun völlig losgelöst ein imaginäres Grenzgebiet zwischen kosmischem Krautrock und weit ausholendem Spiritual Jazz. Klingt ungefähr wie Pharoah Sanders meets Cluster. Ähnlich gut, aber nicht so anstrengend wie Kamasi Washington. Jörg Wunder, Tagesspiegel [mehr]

27.10.2017

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Face Your Fear von Curtis Harding

Fear Your Face von Curtis Harding
Anti

Früher war Curtis Harding Backgroundsänger bei CeeLo Green, jetzt hat er zusammen mit dessen Gnarls-Barkley-Partner Danger Mouse und Sam Cohen den Nachfolger seines starken Debüts von 2014 aufgenommen. Sound und Arrangements sind etwas ausgefeilter, doch insgesamt bleibt der Musiker aus Atlanta seiner klassischen Soul-Linie treu. Nadine Lange, Tagesspiegel [mehr]

27.10.2017

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Take Me Apart von Kelela

Take Me Apart von Kelela
Warp

Nach zwei gefeierten EPs nun endlich Kelelas Debütalbum. Darauf verrührt die US-amerikanische Musikerin mit äthiopischen Wurzeln das Erbe von Jazz und Gospel mit dem Zeitgeist der Clubs – und schafft so einen Soul-Entwurf für das Glasfaser-Zeitalter. Mal bestimmt, mal verletzlich dekliniert Kelela darauf ihr Liebesleben durch. Und ja, dabei geht es hauptsächlich um Sex. Macht das „Take Me Apart“ zum Fall für die Schön-aber-belanglos-Schublade? Natürlich nicht. Kelelas Debüt ist ein Meilenstein zeitgenössischen Souls – und auf seine eigene Art höchst politisch. Dennis ... [mehr]

27.10.2017

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Carry Fire von Robert Plant

Carry Fire von Robert Plant
Nonesuch

Robert Plant interessiert sich nicht für die Vergangenheit. Berufsjugendlichkeit ist für Robert Plant kein erstrebenswertes Konzept. Statt Jimmy Pages Barmen um eine Led-Zeppelin-Wiedervereinigung nachzugeben, erforscht Plant die Wurzeln von Rock, Folk, Blues und wird dabei auf sehr natürliche Weise älter. Auf „Carry Fire“ fleht, haucht und juchzt er sich durch arabische, afrikanische, keltische und amerikanische Motive, die er mit jenem Selbstverständnis zu einem Hybrid verdichtet, wie es nur aus aufrichtiger Liebe und tiefer Kenntnis entstehen kann. Plant ist in diesen Stilen heimisch ... [mehr]