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Seite EINSDas Dichter Denkmal vom 29.01.2012

so, 18.00 - 19.00 Uhr

Das Dichter Denkmal

Seite EINS

am Sonntag, 29.01.2012, 18:30 Uhr

Das Dichter Denkmal vom 29.01.2012

Für sie war Selbstmord nicht die Lösung. Mit 23 kommt die Neuseeländerin Janet Frame nach versuchtem Suizid in eine psychiatrische Anstalt. Diagnose: Schizophrenie. Dabei ist die junge Frau einfach nur sensibel, und hatte kurz zuvor zwei ihrer Geschwister verloren. Acht Jahre lang bleibt Janet Frame in der Anstalt und wird mit qualvollen Elektroschocks behandelt. Doch sie schreibt. Und das befreit sie. Noch als Patientin veröffentlicht sie Kurzgeschichten und ist plötzlich ein Star: entlassen wird Janet Frame, weil sie eine Auszeichnung entgegen nehmen soll. Elf Romane, eine verfilmte Autobiografie und die Nominierung für den Literaturnobelpreis folgen. Am 29. Januar 2004 stirbt sie im Alter von 79 Jahren.

Er hat den Literaturnobelpreis bekommen – seine Bücher sind heute trotzdem unbekannt: Der Franzose Romain Rolland. Fest steht: Ihm haben wir Literatur à la Harry Potter zu verdanken, denn Rolland wusste schon vor hundert Jahren, dass eine gute Geschichte manchmal nicht in ein einziges Buch zu quetschen ist. Sein 10-bändiger Roman „Jean-Christophe“ war der erste Vertreter des sogenannten „Roman-Fleuve“ – – bei dem 10 Teile gerade so ausreichen, um von den Erlebnissen der Hauptfigur zu erzählen. Zwischen 1904 und 1912 wird „Jean-Christophe“ Stück für Stück veröffentlicht und sorgt schon damals für Menschenmassen vor den Buchläden. Am 29. Januar 1866 wurde Romain Rolland geboren.

Sie sorgen für Menschenmassen vor der Leinwand. Am 29. Januar 1958 kommt in Paris der Krimi „Fahrstuhl zum Schafott“ in die Kinos – dank dreier Autoren, die am Drehbuch mitmischten. Die Romanvorlage stammt vom belgischen Schriftsteller Noël Calef. An einem Kiosk stößt Regisseur Louis Malle auf das Buch, als er gerade nach einem Stoff für seinen ersten Film sucht. Die Story findet er gut, den Roman selbst aber ziemlich bescheuert – sein Kumpel Roger Nimier soll das Ding umschreiben. Den letzten Schliff verpasst Malle dem Ganzen schließlich selbst. Viele Köche verderben aber in diesem Falle den Brei – das Gemeinschaftswerk „Fahrstuhl zum Schafott“ wird ein Kassenschlager.

Der Titel seines Buches klingt eher langweilig: „Fahrten und Abenteuer im Wohnwagen“! Weltenbummler Heinrich Hauser will: reisen und gleichzeitig zu Hause bleiben. Also kauft er am 29. Januar 1934 auf einem Hamburger Schrottplatz die zerbeulte Karosserie eines Autos. Und bastelt einen der ersten Wohnwagen: ein Anhänger mit 4 Rädern, 3 minimal großen Zimmern, und einem Gaskocher. Wenig später kündigt Hauser seinen Mietvertrag und fährt los. 143 Tage klappert und knattert er mit seiner Familie durchs Land. Er schreibt und fotografiert, begegnet Zigeunern, übernachtet in Wäldern, erlebt Unfälle und Brände – und tanzt nackt im Regen. „Fahrten und Abenteuer im Wohnwagen“ gilt als eine der ersten Road Novels der Literaturgeschichte.

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