Radioday "Reform - alles anders"

„Ich, immer wieder neu“ - Selbstoptimierung und Loslassen

„Perfektionismus hat in Deutschland einen hohen kulturellen Stellenwert", sagt Martin Keck. In den letzten Jahren haben stressbedingte Störungsbilder markant zugenommen. Schuld sind der ständige Drang zur Selbstoptimierung und zur Perfektion. Martin Keck möchte dem mittels Achtsamkeit entgegen wirken. Auf dass wir wieder lernen zu genießen und vor allem zu entspannen.

Junge Frau mit Krise sitzt zusammengekauert auf einer Bank während ein Jogger vorbei läuft © imago/Action Pictures
Junge Frau mit Krise sitzt zusammengekauert auf einer Bank während ein Jogger vorbei läuft | © imago/Action Pictures

Perfektionismus hat in Deutschland einen hohen Stellenwert - die meisten von uns sind auf der Suche nach einem besseren Ich. Wir nehmen uns vor Sport zu treiben, eine neue Fremdsprache zu erlernen oder mehr Bücher zu lesen. Dieser Drang nach Selbstoptimierung und Perfektion ist jedoch ein häufiger Grund für stressbedingte Krankheiten, die  seit Jahren in Deutschland zunehmen.

Woher kommt dieses Verlangen nach Selbstoptimierung? Und haben wir es verlernt, zu entspannen? Das und mehr besprach Nancy Fischer mit Dr. Dr. Martin Keck, Klinik-Direktor des Max-Planck-Instituts für Psychiatrie in München.

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Er sagt, dass der Drang zum Perfektionismus schon immer da war. Die Frage ist nur: Was ist normal und was ist krankhaft? Wenn man beginnt zu leiden, dann ist es krankhaft und kann in Kontrollwahn enden, sagt Martin Keck. Um dem entgegen zu wirken, können wir uns und unser Umfeld Fragen, wo es sich wirklich lohnt uns komplett zu investieren und wo wir uns etwas zurücknehmen können. Damit wäre bereits viel getan.