Die Musikanalyse

Regenwolken von Balbina

Musik verstehen mit Prof. Dr. Hartmut Fladt

Fladt ist Musikwissenschaftler und Komponist. In Gerichtsverfahren wird er ob seiner bestialischen Intelligenz oft als Gutachter herangezogen. Bei radioeins analysiert er jeden Montag einen Song und erklärt, warum er so funktioniert, wie er funktioniert.

Balbina © radioeins
Balbina © radioeins

Mit ihrem Debüt "Über das Grübeln" sorgte Balbina für einen echten Paukenschlag. Die Sängerin und Musikerin mit polnischen Wurzeln, lebt und arbeitet schon lange in Berlin. Alles an ihr ist eigenwillig, die Texte, die Musik, ihr Outfit. Jens Balzer (Berliner Zeitung/Rolling Stone) hat einen Narren an Balbina gefressen, genauso wie Herbert Grönemeyer und ihre vielen Fans.

Nach "Über das Grübeln", steht nun das nächste Album in den Startlöchern. Die neuen Songs hat Balbina mit dem Sofia Symphonic Orchestra eingespielt und aufgenommen. Doch kaum ein Künstler kann es sich leisten mit einem Orchester auf Tour zu gehen.

Das gilt auch für Balbina und deshalb ist es etwas ganz besonderes, dass Balbina ihr neues Album gemeinsam mit dem Deutschen Filmorchester Babelsberg bei einem Konzert am 10.01.2017 im Großen Sendesaal des rbb vorstellen kann.

Unser Musikprofessor Hartmut Fladt analysiert aus diesem Grund ihren neuen Song "Regenwolken".

Fladts Fazit:


Das ist ein Chanson mit Orchester-Arrangement, aber in der ganz regulären Popsong-Form. Latin-Rhythmen geben den Streicher-Akkorden fast einen Schlagzeug-Charakter. Die Melancholie einer verleugneten Liebe wird in der "dunklen" Tonart b-Moll und in den Bass- und Harmoniefolgen eines "Lamentos" deutlich. Der nur scheinbar nüchterne Text und auch die nur scheinbar ungerührte Stimme legen die Gefühls-Widersprüche auf sehr poetische Weise offen.

Der Beitrag ist noch bis zum 05.12.2017 00:00:00 verfügbar.