Mo 02.10. 19:40

Die Musikanalyse

No Longer Making Time von Slowdive

Musik verstehen mit Prof. Dr. Hartmut Fladt

Dreampop dieser 90er-Band, die nach ihrer Trennung seit 2014 wieder zusammen ist. Ambient als synthetische Klangtapete, und die neckische Klassifizierung "shoegaze" – das ist ein Starren auf die Schuhe als gebückte Haltung bei Auftritten von "Slowdive"; sie tauchen also langsam ab in die Klangwelten, die sie mit den am Boden liegenden Schaltern der Effektgeräte mit dem Fuß bedienen können, während sie Gitarren, Bass bedienen oder singen und über den Zeitbegriff nachdenken: No longer making time. Slowdive spielen morgen, am 3. Oktober, eine Show im Berliner Huxleys. radioeins präsentiert...

Slowdive
Slowdive | © Slowdive

Der softe Song taucht wirklich langsam aus den jeweils klanglich reduzierten Strophen hinein in die großräumigen Soundkathedralen des Chorus. Hinter der zur Schau getragenen Gleichgültigkeit und der affirmativen Großspurigkeit steckt im Text reale Angst – das zeigt besonders der Epilog. Das alles geschieht in einer sehr einfachen Gesamtform und mit schlichtem musikalischem Material, wobei das Schlagzeug allerdings von enervierender Simplizität ist.

Slowdive