Die Musikanalyse

London von Benjamin Clementine

Musik verstehen mit Prof. Dr. Hartmut Fladt

Fladt ist Musikwissenschaftler und Komponist. In Gerichtsverfahren wird er ob seiner bestialischen Intelligenz oft als Gutachter herangezogen. Bei radioeins analysiert er jeden Montag einen Song und erklärt, warum er so funktioniert, wie er funktioniert.

Benjamin Clementine © radioeins/Jochen Saupe
Benjamin Clementine © radioeins/Jochen Saupe

Benjamin Clementine ist vielleicht "die" Entdeckung des letzten Jahres. Auf seinem Debüt "Cornerstone" beeindruckte der britische Musiker mit seiner einzigartigen Mixtur aus leidenschaftlichem Klavierspiel, tiefsinnigsten Lyrics und hingebungsvollem Gesang.

Doch live kann der gebürtige Londoner sein Potential noch stärker ausfüllen. Bei seinen Konzerten kann man die "berühmte Stecknadel" fallen hören, so gebannt ist das Publikum.

Am Dienstag, den 29. November 2016, tritt Benjamin Clementine im ausverkauften Berliner Tempodrom auf - präsentiert von radioeins - und unser Musikprofessor Hartmut Fladt analysierte aus diesem Grund seinen Song "London".


Fladts Fazit:

Eine in weiten Teilen melancholische Erzählung eines mehrfach Heimatlosen in fis-Moll. Wir hören den in der Popmusik seltenen Typus des "Rollenliedes" mit 3 Perspektiven: der Erzähler, die "she"-Perspektive, die Perspektive des "Ich". Im Chorus wird mit kräftigen Akzenten und Breitwand-Sound mit LONDON eine Gegenwelt entfaltet, die mit ihren Dur-Aufhellungen aber imaginär bleibt. Das ist – mit charakteristischer Stimme – erfreulich differenziert gemacht.

Der Beitrag ist noch bis zum 28.11.2017 00:00:00 verfügbar.