Die Musikanalyse

Ich bin das Chaos von Judith Holofernes

Musik verstehen mit Prof. Dr. Hartmut Fladt

Fladt ist Musikwissenschaftler und Komponist. In Gerichtsverfahren wird er ob seiner bestialischen Intelligenz oft als Gutachter herangezogen. Bei radioeins analysiert er jeden Montag einen Song und erklärt, warum er so funktioniert, wie er funktioniert.

Judith Holofernes © radioeins
Judith Holofernes © radioeins | © radioeins

Drei Jahre nach der Veröffentlichung ihres ersten Solo-Albums meldet sich Judith Holofernes, ehemals Frontfrau der Band Wir sind Helden, mit ihrem neuen Album "Ich bin das Chaos" zurück. Die elf neuen Songs bewegen sich im Spannungsfeld zwischen Leichtigkeit und Trauer. Eine Handvoll melancholischer Stücke bilden das dunkle Herz einer ansonsten hellen, zugewandten, offenherzigen Platte. Für Judith Holofernes dominieren auf dem Album "die hellen Farben, die vor dunklem Hintergrund erst richtig leuchten". Das leuchtende Chaos, ein schönes Bild.

Judith Holofernes singt weiter konsequent auf Deutsch, aber ihr Sound hat sich verändert, denn die meisten der elf Songs schrieb die Berlinerin mit dem färöischen, englischsprachigen Songwriter Teitur. Produziert hat erstmals Pola Roy, Holofernes‘ Ehemann und Heldendrummer. Da passte einfach alles.

Am Dienstag, den 21. März 2017, stellt Judith Holofernes ihr neues Album im ausverkauften Lido - präsentiert von radioeins - vor. Aus diesem Grund nimmt unser Musikprofessor Hartmut Fladt ihren Song "Ich bin das Choas" auseinander und analysiert ihn von Anfang bis Ende.

radioeins


Fladts Fazit:


Ein Song mit vielen schönen und originellen Details und Ideen, zu denen auch die verschiedenen Inszenierungsweisen der Stimme gehören. Der besungene Zwiespalt zwischen sanfter, zu sanfter "Ordnung" und kreativem Chaos wird leider durch die viel zu ordentliche und mechanische Gesamtform des Songs nicht selbst kreativ gemacht.

Der Beitrag ist noch bis zum 20.03.2018 00:00:00 verfügbar.