Interview

British Sea Power

Zu Gast im radioeins Studio

British Sea Power waren schon immer eine besondere Band. Sei es, dass das Artwork des neuen Covers dem Dada- und Merz-Künstlers Kurt Schwitters nachempfunden ist, dessen Lautgedichte die Band ja auch bei ihren Live-Shows verwendet; seien es ihre stetigen Stilwechsel und die ständige Neubesinnung auf ihre ganz unterschiedlichen musikalischen Einflüsse; sei es die Mitarbeit an etlichen Soundtracks, darunter die gefeierte Neubearbeitung des ethnofiktionalen Stummfilms „Man Of Aran“, mit der ihnen eine komplette Neuinterpretation gelang. Musik von British Sea Power hat immer etwas ganz Außergewöhnliches an sich.

British Sea Power | Bildquelle: Promobild/Trinity Music
British Sea Power | Bildquelle: Promobild/Trinity Music | © Promobild/Trinity Music

Nun folgt also mit "Let The Dancers Inherit The Party" das sechste echte Studioalbum. „Kennt ihr das Gefühl, an einem Wintermorgen ins Meer zu hüpfen?“, fragt Gitarrist Martin Noble und erläutert: „Wir hoffen, dass das neue Album ähnlich belebend ist. Es soll ein Reset sein und den Kopf freimachen für das, was da kommen mag.“ Die Platte sei mit Sicherheit ihre politischste und vor dem Hintergrund entstanden, dass Politiker die Kunst verfeinert hätten unverfroren zu lügen. Das sei aber kein Grund für Hilfslosigkeit.

British Sea Power haben auf Brexit, Trump und populistischen Quatsch mit ihrem direktesten und musikalisch dichtesten Album geantwortet: „Vielleicht ist an diesem Punkt der Geschichte ein bisschen Klarheit kein Fehler.“ Das wird die Welt nicht verändern, aber vielleicht dient das Quartett damit als Vorbild einfach seine persönliche Haltung dem geballten Unsinn in der Welt entgegenzusetzen. Wie British Sea Power das live umsetzen werden, darf man gespannt abwarten. Auf jeden Fall waren die Shows der Engländer bislang immer etwas Besonderes, und daran wird sich mit Sicherheit auch heute Abend im ausverkauften Berliner Privatclub nichts ändern.

Silke Super begrüßte British Sea Power vor ihrem Konzert im radioeins-Studio im Babylon.

Promobild/Trinity Music
Download (mp3, 14 MB)


Quelle: Trinity Music