Berlinale

Inflame von Ceylan Özgün Özçelik

Katja Weber hat sich den einzigen türkischen Film auf der Berlinale angesehen...

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Hasret arbeitet bei einem türkischen Nachrichtensender mit dem anspruchsvollem Leitsatz: „Was Sie sehen, ist die Wahrheit. Was Sie hören, ist die Wahrheit.“ Doch plötzlich beginnen sich die Dinge zu ändern. Redakteure werden angehalten, die Reden von Politikern nicht mehr zu kommentieren. Nachrichten werden manipuliert, und die Nutzung sozialer Netzwerke auf firmeneigenen Computern wird verboten. Hasret wird von ihrer anmaßenden Chefin gemobbt und verliert ihren Job als eigenverantwortliche Cutterin. Sie zieht sich in ihre Wohnung zurück und leidet zunehmend an Wahnvorstellungen: Sie hört Stimmen, die Wände bewegen sich, und sie sieht Gardinen brennen. Außerdem ahnt sie, dass ihre Eltern vor über 20 Jahren nicht bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen sind, sondern auf andere, schreckliche Weise gestorben sein müssen. Doch was wird ihr verschwiegen? Regisseurin Ceylan Özgün Özçelik gelang es unter anderem mit Hilfe einer Crowdfunding-Kampagne, ihre hochaktuelle Paranoiastudie zu finanzieren: die Krankheit einer Seele als Spiegel gesellschaftlicher Verwerfungen und politischer Traumata.