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Was die Öffentlich-Rechtlichen im Netz dürfen sollen

Seit Jahren tobt ein erbitterter Streit darüber, was ARD und ZDF im Netz tun dürfen. Die Verlage sehen in den Internet-Angeboten der öffentlich-rechtlichen Sendern eine Konkurrenz, die es ihnen schwer macht, zu überleben - noch schwerer, als es ohnehin schon ist. Am liebsten wäre es ihnen, wenn ARD und ZDF auf Texte im Netz fast ganz verzichten würden und sich nur noch auf Videos und Audios beschränken. Der WDR ist jetzt einen überraschenden Schritt auf die Verlage zugegangen.

Startseite von WDR.de - abfotografiert auf einem Bildschirm © radioeins/Chris Melzer
Startseite von WDR.de - abfotografiert auf einem Bildschirm | © radioeins/Chris Melzer

Der WDR verstärkt ab sofort den Schwerpunkt auf Video- und Audioformate in seinem Online-Portal wdr.de. Zu jedem Thema auf der Startseite gibt es Videos und Audios. Die wesentlichen nachrichtlichen Fakten werden textlich nur noch knapp zusammengefasst. "Wir setzen online deutlich stärker auf unseren Kernauftrag", sagt WDR-Intendant Tom Buhrow."Im kommenden Jahr wollen wir das Angebot weiter mit neuen audiovisuellen Formaten ausbauen und den strukturellen Umbau für den digitalen Wandel konsequent vorantreiben", so Buhrow. Wichtiges Ziel dabei sei die Optimierung der mobilen Nutzung.

Mit der Konzentration auf das audiovisuelle Angebot geht der WDR-Intendant einen Schritt auf die Zeitungsverlage zu: "Ich will keine Energie in überflüssige Rechtsstreitigkeiten stecken, sondern ein starkes Neben- und Miteinander von Sendern und Zeitungen fördern. Nur mit einer vielfältigen Medienlandschaft garantieren wir den Menschen unabhängigen und umfassenden Journalismus", unterstreicht Tom Buhrow.

Das klingt doch nach einer guten Nachricht oder? Der Kommentar von Stefan Niggemeier, Medienjournalist und Gründer von Übermedien.de

radioeins/Chris Melzer
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