"Permanentes Pulverfass"

Krawalle in der Rigaer Straße

In der Rigaer Straße in Berlin-Friedrichshain hat es am Wochenende erneut Krawalle gegeben. Dutzende Demonstranten griffen die Polizei mit Steinen und Böllern an. Der CDU-Innenpolitiker Dregger warf dem rot-rot-grünen Senat Ideenlosigkeit vor, wenn es um Linksautonome gehe. Auch die Gewerkschaft der Polizei forderte den Senat auf, Farbe zu bekennen.

Polizisten, verbrannte Autos, die Reste einer Barrikade und herumliegende Pflastersteine sind am 17.06.2017 in Berlin in der Rigaer Straße zu sehen © dpa/Maurizio Gambarini
Polizisten, verbrannte Autos, die Reste einer Barrikade und herumliegende Pflastersteine sind am 17.06.2017 in Berlin in der Rigaer Straße zu sehen © dpa

Nach Angaben der Polizei haben in der Nacht von Freitag auf Samstag, kurz nach Mitternacht, 40 bis 60 Vermummte ein Feuer entzündet und Pflastersteine herausgerissen. Eintreffende Polizisten seien sofort mit Steinen, Flaschen und Pyrotechnik beworfen worden, auch Autos und Mülltonnen gingen in Flammen auf. Vier Beamte wurden verletzt. Die Randalierer hatten im Vorfeld Straßenlaternen beschädigt, um für Dunkelheit zu sorgen. Der Pilot eines Polizeihubschraubers wurde mit einem Laserpointer geblendet. Vier Personen wurden festgenommen.

Auch in der Nacht auf Sonntag wurden in der Rigaer Straße wieder mehrere Autos beschädigt. An drei Fahrzeugen wurden die Scheiben eingeschlagen.

Im Innenausschuss des Abgeordnetenhauses ging es heute um die Angriffe von linksextremen Gewalttätern auf die Polizei in der Rigaer Straße in Berlin-Friedrichshain. Innensenator Geisel bezeichnete die Täter als "brutale Gangster". Seit Jahresbeginn hätten die linksextremen Gewalttäter ihre Aktionen und die Konfrontationen mit der Polizei deutlich verstärkt, sagte Geisel im Innenausschuss. Darauf habe die Polizei reagiert. Geisel kündigte einen Dialog mit den friedlichen Anwohnern und Polit-Aktivisten an. Unter Leitung von Stadtentwicklungssenatorin Lompscher wolle man mit ihnen über die Stadtveränderung durch steigende Mieten sprechen.

Sonja Koppitz und Max Spallek sprechen darüber mit Hakan Taş, dem Innenpolitischen Sprecher der Berliner Linkspartei.