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MedienmagazinRadio-News vom 07.02.2010

Radio-News

7. Februar 2010

Radio-News vom 07.02.2010

ARD-Olympianacht

ARD-Olympianacht von MDR Info


Vom 12.02. bis 01.03.2010 produziert MDR Info, die Nachrichtenwelle des bei der Berichterstattung aus Vancouver federführenden Mitteldeutschen Rundfunks, jeweils zwischen 23.00 und 6.00 Uhr eine „ARD-Olympianacht“.

Übernommen wird diese Sendung vom Deutschlandradio auf 153, 177 und 990 kHz, vom Hessischen Rundfunk im regulären Programm von hr-info sowie vom Norddeutschen Rundfunk, Westdeutschen Rundfunk und Saarländischen Rundfunk jeweils auf Mittelwelle (NDR Info Spezial, WDR Event bzw. Antenne Saar). Hinzu kommen B5 aktuell und SWR cont.ra, die auch sonst nachts MDR Info ausstrahlen.
 

weitere Informationen:
ARD-Olympianacht im Internet »

Broadcasting Board of Governors

USA mit Sendungen für Venezuela


Der Auslandsrundfunk der USA strahlt seit dem 01.02.2010 unter dem Titel „A Fondo“ spezielle Sendungen für Venezuela aus. Sie laufen an Arbeitstagen von 2.00 bis 3.00 Uhr über die Sendeanlagen bei Greenville (North Carolina) auf 7340, 9415 und 11625 kHz.

Das Broadcasting Board of Governors (BBG) begründet diese Initiative mit einem zeitweisen Sendeverbot, das in Venezuela gegen verschiedene Privatsender verhängt wurde, nachdem diese es ablehnten, eine Ansprache von Präsident Chávez auszustrahlen.

Von diesen Sendern hatte RCTV bereits 2007 seine terrestrischen Frequenzen verloren. Dies führte in den USA schon seinerzeit zu Forderungen, ein Hörfunkprogramm für Venezuela zu schaffen. Zu einer Umsetzung war es bis jetzt aber nicht gekommen.

Bei „A Fondo“ handelt es sich um eine Coproduktion der Voice of America in Washington und von Radio Martí in Miami. Radio Martí widmete sich bislang ausschließlich Kuba als Zielgebiet. Unter den neuen Prämissen, welche die Regierung von Barack Obama in der Politik gegenüber Kuba setzt, verlor Radio Martí an Bedeutung und hatte bereits Budgetkürzungen hinnehmen müssen.

Vor diesem Hintergrund sehen einige Beobachter in „A Fondo“ bereits ein erstes Anzeichen für eine mögliche Zusammenführung von Radio Martí mit dem spanischen Programm der Voice of America.
 

interne Verweise:
Sendelizenzen in Venezuela eingezogen (12.07.2009) »
Diskussion um Radio/TV Martí (20.04.2009) »
Kürzungen bei Radio/TV Martí (18.05.2009) »

weitere Informationen:
Mitteilung des BBG vom 03.02.2010 »
„A Fondo“: Mitschnitt und Beobachtungen »
Chávez auf allen Kanälen (DLF, 30.01.2010) »

Langwellensender Erching (1989 stillgelegt)

Kurzwellensender Greenville wird geschlossen


Das Broadcasting Board of Governors (BBG) plant, auch die letzte seiner einst fünf Kurzwellenanlagen in den USA stillzulegen. Als Termin hierfür nennen Insider den 30.09.2010, das Ende des laufenden Haushaltsjahrs. Die tatsächliche Abschaltung könnte aber auch zu einem anderen Zeitpunkt vollzogen werden.

Die betreffende Sendestation befindet sich reichlich 20 km südöstlich von Greenville, etwa 120 km östlich von Raleigh in North Carolina. Eine praktisch identische, rund 25 km nördlich dieser „Site B“ stehende Anlage (Greenville-A) war im Oktober 2005 vom Sendebetrieb zurückgezogen und im Frühjahr 2007 stillgelegt worden. Im Oktober 2007 folgte die Schließung der Sendestation Delano in Kalifornien, deren noch brauchbare Technik inzwischen auf die Philippinen umgesetzt wurde.

Die Kurzwellenanlage bei Greenville war zum Mißfallen des BBG gerade erst ins öffentliche Interesse gerückt, da über sie auch das jetzt massiv ausgebaute Haiti-Programm der Voice of America (VOA) läuft. Das BBG erwägt vermutlich, dessen Verbreitung auf Kurzwelle künftig einzustellen.

Sollte es dazu kommen, wären noch die Programme der VOA und von Radio Martí in spanischer Sprache zu berücksichtigen, für die vorerst kaum ein Verzicht auf die Kurzwelle in Betracht gezogen werden dürfte. Hierfür werden sich die möglichen Optionen künftig auf die Nutzung der Sendeanlagen von World Harvest Radio in South Carolina, von der Canadian Broadcasting Corporation in Kanada, von Radio Nederland Wereldomroep auf Bonaire sowie von Télédiffusion de France in Französisch Guyana beschränken.

Im laufenden Haushaltsjahr hat das BBG für den Betrieb der Sendestation Greenville-B umgerechnet 3,6 Mio. Euro eingeplant. Dem steht ein Budget von 8,2 Mio. Euro für Einrichtungen des BBG in Deutschland gegenüber. Hierbei handelt es sich in erster Linie um die Kurzwellensender bei Biblis und Lampertheim in Hessen, deren Nutzungsmöglichkeiten deutlichen Einschränkungen unterliegen, weshalb das BBG zusätzlich auch Sendeanlagen der Media Broadcast anmietet.

Im nächsten Haushaltsjahr will das BBG sein Grundstück im zwischen München und Freising liegenden Erching aufgeben. Es befindet sich demnach immer noch in US-amerikanischem Besitz, obwohl der dortige Langwellensender bereits 1989 stillgelegt und seine Ausrüstungen bis 1992 demontiert wurden. Eine trotzdem noch regelmäßig erfolgende Bestreifung führte zu zahlreichen Mutmaßungen über dubiose Aktivitäten auf diesem Gelände.

Zuletzt hatte die Deutsche Bundespost von 1979 an den Erchinger Sender zur Verbreitung des Deutschlandfunks auf 209 (ab 1989 dann 207) kHz genutzt. Seinerzeit schrieb die Fachzeitschrift „Funkschau“ von der „freudigen Entdeckung“, die in der Sendeanlage verwendeten Röhren seien „noch immer in den USA zu haben“. Der Betrieb des Senders erfordere zehn Techniker, da „viel zuviel visuell zu überwachen und von Hand zu regeln“ sei. Die Posttechniker hätten „ein ungutes Gefühl, ob das Ding nicht eines Tages seinen Geist aufgibt“.

Mit dem so charakterisierten Sender in Erching (Abbildung) weitgehend identisch sind drei Kurzwellensender, die nach ihrer Anfertigung mehr als zehn Jahre eingelagert und erst 1964 auf der Station Greenville-B in Betrieb genommen wurden. Abgesehen vom 1986 realisierten, primär zur Erprobung bestimmten Aufbau von zwei neuen Sendern hat es hier seit der Eröffnung keine Modernisierungen gegeben. Damit müssen auch die Sender der bereits vor dreißig Jahren veralteten, bei den hier laufend erforderlichen Frequenzwechseln ausgesprochen schwierig zu handhabenden Bauart weiter für den täglichen Sendebetrieb genutzt werden.

Auch bei den verbleibenden Sendeanlagen des BBG sind Änderungen zu erwarten. Erwähnt, aber zunächst nicht näher erläutert werden als Optionen eine Übergabe ihres Betriebs an externe Dienstleister und eine „Konsolidierung“ mit den Ausstrahlungen „anderer westlicher Veranstalter“.

Ein weiterer bemerkenswerter Schritt, den das BBG plant, ist die Einstellung der Europaversion seines arabischen Auslandsfernsehens Alhurra (auch unter der Schreibweise Al-Hurra bekannt).
 

interne Verweise:
Sendestation Greenville-A abgeschaltet (27.11.2005) »
Sendestation Greenville-A stillgelegt (05.03.2007) »
Sendestation Delano stillgelegt (01.11.2007) »
Delano-Sender auf die Philippinen (22.11.2009) »
Hintergrund Sendeanlage Erching (22.07.2007) »

weitere Informationen:
BBG ... closure of Greenville transmitting station »
Sendeanlage Greenville-B im Luftbild »
Budget cuts may quiet VOA (Daily Reflector, 03.02.2010) »
Fernsehbericht über die Sendestation Greenville-B »
Lost Places: Langwellensender Erching »
U.S. ... Arabic channel to Europe (CNN, 27.02.2005) »

Pakistan

Deewa-Radio auf Druck der Taliban abgeschaltet?


Deewa-Radio, das Sonderprogramm der Voice of America (VOA) für die Grenzregion zwischen Pakistan und Afghanistan, soll seine Sendemöglichkeit auf Mittelwelle durch entsprechenden Druck der Taliban verloren haben.

Dies berichtet die in Lahore erscheinende Zeitung „Daily Times“, die sich dabei auf einen verantwortlichen Redakteur der Regionalstation des pakistanischen Rundfunks in Peshawar beruft. Demnach hätten die Taliban und „andere antiamerikanische Gruppierungen“ mit Anschlägen auf das Funkhaus gedroht, sollte die Ausstrahlung von Deewa-Radio nicht eingestellt werden.

Nach diesen Terrordrohungen sowie auch einer Abwanderung eigener Hörer habe die zentrale Leitung von Radio Pakistan entschieden, die Übernahmen von Deewa-Radio abzusetzen. Dem Bericht zufolge wird dort auf der Darstellung bestanden, dies sei im Einvernehmen mit der VOA geschehen.

Den Redakteur des Studios Peshawar zitiert die Zeitung mit der Meinung, die Beiträge von Deewa-Radio seien „bestenfalls polemisch“ und hätten damit antiamerikanischen Haltungen der örtlichen Bevölkerung noch zusätzlichen Auftrieb gegeben. Überdies habe ihre Gestaltung den unzutreffenden Eindruck erweckt, es handele sich um eigene Produktionen des Studios Peshawar.

Deewa-Radio ist in seinem Zielgebiet damit weiterhin nur auf Kurzwelle sowie einigen UKW-Frequenzen beschränkter Reichweite zu hören. Ein Mittelwellensender für Deewa-Radio soll in Afghanistan inzwischen fertiggestellt sein. Seine Inbetriebnahme scheitert nach Angaben aus Washington jedoch an einer fehlenden Lizenz der örtlichen Behörden.

In interner Konkurrenz zur VOA strahlt seit dem 15.01.2010 auch Radio Free Europe / Radio Liberty mit Mashaal-Radio ein Programm aus, dessen Zielstellung mit der von Deewa-Radio identisch ist.
 

interne Verweise:
Geplante Mittelwellen für Deewa-Radio (25.10.2009) »
Deewa-Radio in Pakistan abgeschaltet (13.12.2009) »
Sendestart von Mashaal-Radio (17.01.2010) »

weitere Informationen:
Taliban ‘force’ ... discontinue VOA (Daily Times, 07.01.2010) »

cvc.tv

Kurzwellensender Darwin stillgelegt


Die Sendestation Darwin an der australischen Nordküste hat ihren Betrieb eingestellt. Vollzogen wurde die Stillegung am 01.02.2010 aus den planmäßig laufenden Ausstrahlungen heraus um 9.30 Uhr Ortszeit, nachdem sich das Missionswerk Christian Vision als Betreiber entschlossen hatte, hierbei die Weltzeit (entspricht der Winterzeit in Großbritannien) zugrunde zu legen.

Ein Korrespondent von Radio Nederland Wereldomroep berichtet hierzu, die lokale Gemeinschaft der Aborigines habe Anspruch auf das Gelände der Sendestation erhoben. Daher könne sie nicht weiter genutzt werden. Die Demontage der Anlagen sei bereits im Gange. Für Auslandssendungen der Australian Broadcasting Corporation soll, über die bereits angemieteten Sendekapazitäten auf den Palau-Inseln und in Abu Dhabi hinaus, künftig auch die Sendeanlage der BBC in Singapur zum Einsatz kommen.

Das englische Hörfunkprogramm von Christian Vision (CVC Radio; die zeitweise angetroffene Bezeichnung „CVC India“ findet kaum noch Verwendung) verweist seine Hörer – wie bereits vorab angekündigt – jetzt darauf, mit Mobiltelefonen auf Livestreams zuzugreifen. Während das chinesische Programm in größerem Umfang im Internet vertreten ist, zeichnet sich für CVC Indonesia zunächst kein Konzept für die Zukunft ab; hier besteht die Präsenz im Internet nur aus einer Seite mit Links zu den Audiostreams (Abbildung).

Das Hörfunkprogramm von Christian Vision in Hindi („The Voice Asia“) läuft offenbar weiter über Kurzwellensender in Usbekistan. Im Internet wird jedoch auch hier nur noch auf die Livestreams sowie eine Satellitenausstrahlung für Großbritannien verwiesen. Letztere ist demnach als „Ignition Radio“ auf Eurobird 1 (11,224 GHz vertikal) zu finden.


Nachtrag vom 08.02.2010:

CVC Indonesia wird jetzt offenbar über die Sender von World Harvest Radio auf den Palau-Inseln verbreitet. Bekannt wurde bislang eine Ausstrahlung, die von Montag bis Freitag jeweils 8.00-11.00 Uhr auf 15725 kHz läuft.
 

interne Verweise:
Meldung zur Sendeanlage Darwin vom 31.01.2010 »

weitere Informationen:
CVC: Goodbye SW – Hello Mobile Streaming! »
Meldung von RNW zur Sendeanlage Darwin (06.02.2010) »

Alle Zeiten, soweit nicht anders angegeben, in Mitteleuropäischer Zeit.

Autor: Kai Ludwig
Abbildungen: ARD, BBG, Funkschau, Universität von Texas, cvc.tv