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MedienmagazinR. Paradiso / R. B2, MW Bulgarien, Roj TV, Bar-Kulan R., Sdr. Franz. Guayana

Radio-News

5. Februar 2012

R. Paradiso / R. B2, MW Bulgarien, Roj TV, Bar-Kulan R., Sdr. Franz. Guayana

Radio Paradiso auf 98,2 MHz

Radio Paradiso wechselt auf 106,0 MHz


Radio Paradiso wechselt zum 01.07.2012 auf die derzeit noch von Radio France Internationale (RFI) belegte Frequenz 106,0 MHz. Gleichzeitig stellt es die Nutzung von Sendern bei Frankfurt (Oder), Eisenhüttenstadt und Guben ein.

Im Gegenzug sendet ab Juli über die bisherigen Frequenzen von Radio Paradiso in Berlin, Frankfurt (Oder) und Eisenhüttenstadt Radio B2. Hier ersetzt die Frequenz 98,2 MHz vom Berliner Sender Scholzplatz die leistungsschwache Frequenz 96,7 MHz vom Sender Hallesches Ufer, die ab Juli RFI übertragen wird.

Aus unbekannten Gründen verzichtet Radio B2 auf eine Nutzung der Frequenz 90,4 MHz in Guben. Die Medienanstalt Berlin-Brandenburg (MABB) will sie jetzt RTL für eines seiner Berliner UKW-Programme zuweisen; entweder das in Brandenburg bereits über zwei Kleinsender (Crinitz bei Finsterwalde auf 88,0 MHz, Hohenleipisch bei Elsterwerda auf 89,5 MHz) laufende 104.6 RTL oder das bisher nur auf der Berliner Frequenz 105,5 MHz sendende Spreeradio.

Die MABB hatte nach einer turnusmäßigen Neuausschreibung das gesamte Sendernetz von Radio Paradiso im Mai 2010 an das heutige Radio B2 vergeben, dabei keinerlei andere Übertragungskapazitäten für Radio Paradiso vorgesehen und damit de facto dessen Schließung zum 30.11.2010 verfügt. Zur Begründung führte sie eine massive Kürzung des Wortanteils an, durch die das ursprüngliche christliche Profil des Senders weitgehend verschwunden sei.

Gegen diese Entscheidung, die seinerzeit Gegenstand ausgesprochen polemisch geführter Diskussionen war, klagte Radio Paradiso erfolgreich vor dem Verwaltungsgericht Berlin, das der MABB in seinem nicht rechtskräftig gewordenen Urteil „rechtlich beachtliche Fehler“ im Vergabeverfahren vorhielt. Die MABB erklärte ihrerseits im Dezember 2010, beim Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg die Zulassung der Berufung gegen dieses Urteil beantragen zu wollen. Seitdem gab es keine weiteren Verlautbarungen zu diesem Thema mehr.

Stattdessen wurde die Auseinandersetzung nunmehr mit der Zuweisung der Frequenz 106,0 MHz an Radio Paradiso beigelegt. Nach der offiziellen Entscheidung, die am 03.02.2012 erging, führte die MABB in einer Pressemitteilung ein „verbessertes Programmkonzept“ von Radio Paradiso an, das „die Stärkung des christlichen Anteils und eine entsprechende personelle Verstärkung“ vorsehe. Mit der nunmehrigen Frequenzvergabe sehe man „die Chance, den Ansatz eines privaten christlichen Radios in Berlin zu erhalten und auszubauen“.

Dieses Szenario war abzusehen, seit die MABB bereits im vergangenen November den Wechsel von RFI auf die derzeit von Radio B2 genutzte Frequenz 96,7 MHz kommuniziert hatte. Trotzdem gab es auch in diesem Fall eine Reihe weiterer Bewerbungen, darunter für schon seit Jahren verfolgte Projekte wie ein Loungeformat von RTL, ein Oldieformat von NRJ oder ein Independent-Format von BB-Radio.

Um einen Zugang zur UKW-Verbreitung bemühten sich auch Radio Paloma und Lounge FM. Beworben hat sich ebenso Tim Renner, der nach seinem Ausscheiden beim heutigen Flux FM erneut unter dessen ursprünglichem Namen Motor FM auf Sendung gehen wollte.

Erstmals für eine UKW-Frequenz in Berlin beworben hat sich darüber hinaus die Stimme Rußlands, die hier seit 1996 auf Mittelwelle vertreten ist (heute aus Zehlendorf bei Oranienburg auf 693 kHz). Zuvor hatte sich der Moskauer Auslandsrundfunk für Berlin weitgehend auf Sender in der früheren Sowjetunion gestützt; außer auf Kurzwelle auch auf Mittelwelle, wobei die entsprechenden Ausstrahlungen aus dem Gebiet Kaliningrad hierzulande aber nur bei Dunkelheit zu empfangen waren.

Im Zusammenhang mit dieser vergeblichen UKW-Bewerbung plant die Leitung der Stimme Rußlands eine Programmreform, die von der Redaktion des deutschen Programms kritisch gesehen wird. An die Stelle längerer Sendungen sollen künftig deutlich kürzere Einzelbeiträge treten. Bereits jetzt schaltet die Redaktion ihre Frequenzen donnerstags für jeweils eine Stunde ab 16.00 Uhr auseinander und sendet in Niedersachsen, Berlin/Brandenburg und Sachsen auf 630, 693 bzw. 1431 kHz Beiträge über Kulturthemen, die im sonstigen Programmschema keinen Platz finden.
 

interne Verweise:
Radio B2 in Berlin und Cottbus (26.06.2011) »
Motor FM wurde umbenannt (27.08.2011) »
Mittelwellen der Stimme Rußlands (31.10.2011) »
RFI in Berlin künftig auf 96,7 MHz (20.11.2011) »

weitere Informationen:
Artikel der EKD über Radio Paradiso vom 09.02.2007 »
Interview mit M. Gülzow (R. Paradiso), Mai 2010 »
EKD kritisiert Lizenzentzug (epd, 12.05.2010) »
Radiosender Opfer ... (R. Vatikan, 20.05.2010) »
Mitteilung der MABB vom 22.06.2010 »
Mitteilung der EKD vom 16.06.2010 »
Bis zur letzten Frequenz (Tagesspiegel, 22.06.2010) »
Mitteilung des Verwaltungsgerichts Berlin vom 12.11.2010 »
Radio Paradiso beschäftigt Justiz weiter (epd, 22.12.2010) »
Mitteilung der MABB vom 19.01.2012 »
Mitteilung der MABB vom 03.02.2012 »

BNR

Abschalttermine für bulgarische Mittelwellen


Die Auslandssendungen des öffentlich-rechtlichen Hörfunks von Bulgarien werden wie angekündigt seit dem 31.01.2012, 23.00 Uhr (entspricht Mitternacht in Bulgarien), nicht mehr auf Kurzwelle ausgestrahlt.

Den ca. 40 Mitarbeitern der Sendestation in Padarsko bei Plovdiv ist bereits mit Wirkung zum 01.02.2012 gekündigt worden. Die von der einstigen Belegschaft zurückgelassene Sendestation mit allen technischen Ausrüstungen soll in drei bis vier Monaten eliminiert werden.

Inzwischen wurden auch detaillierte Planungen dafür bekannt, gestaffelt über die nächsten Monate das derzeit noch verbliebene Netz von Mittelwellensendern in Bulgarien weiter zu reduzieren. Bereits am 13.02.2012 endet demnach der Betrieb des Senders Petrič auf 747 kHz. Bis dahin ist er noch täglich von 17.00 bis 24.00 Uhr für Auslandssendungen im Einsatz.

Am 29.02.2012 wird dann die Frequenz 1296 kHz abgeschaltet. Momentan läuft hier noch vom Standort Kardžali mit inzwischen auf 75 kW beschränkter Leistung das Kulturprogramm Hristo Botev.

Am 31.05.2012 endet der Betrieb der Sendestation Vodna, etwa 20 km südwestlich von Vidin. Dort wurde vor kurzem die einst für Hristo Botev genutzte Frequenz 576 kHz nochmals vorübergehend eingeschaltet, um die Gerätetechnik zu testen. Verblieben ist hier ansonsten noch die Frequenz 1224 kHz, die mit 300 kW Sendeleistung über eine nach Südwesten strahlende Richtantenne des sowjetischen Typs SW2+2 läuft. Bis Mai wird sie noch für einige Auslandssendungen arbeitstags 6.30-8.30 Uhr, am Wochenende 6.00-10.00 Uhr sowie täglich 17.00-24.00 Uhr eingeschaltet.

Für den 30.09.2012 vorgesehen ist schließlich die Abschaltung der Frequenzen 774 kHz (Radio Varna, 75 kW), 873 kHz (Radio Stara Zagora, 60 kW) und 963 kHz (mit teils unterschiedlichen Programmen und 75, 50 bzw. 40 kW Sendeleistung aus Šumen, Kardžali bzw. Dragoman).

Damit verbleiben ab Oktober 2012 in Bulgarien nur noch die AM-Sender Vakarel bei Sofia (Sendeleistung 75 kW) auf 261 kHz, Salmanovo (10 kW) auf 747 kHz, Blagoevgrad (75 kW) und Samuil (10 kW) auf 864 kHz sowie Dulovo und Targovište (jeweils 10 kW) auf 1161 kHz.
 

interne Verweise:
KW-Abschaltung in Bulgarien (22.01.2012) »

weitere Informationen:
Deutsche Abschiedssdg. von R. Bulgarien »
Mitschnitt: Abschaltung KW-Sender Padarsko »

Roj TV

Roj TV über Intelsat wieder abgeschaltet


Die Übertragung von Roj TV über den Satelliten Intelsat 10-02 ist nach wenigen Tagen (Roj TV selbst sprach am 31.01.2012 von nur einem Tag) wieder eingestellt worden. Sie lief in einem auch Drittanbietern offenstehenden Multiplex des öffentlich-rechtlichen Rundfunks von Griechenland.

Von diesen Vorgängen weiterhin unberührt bleibt die Verbreitung des Hörfunkkanals Dengê Mezopotamya über den Satelliten Eurobird 9A und einen Kurzwellensender in der Ukraine.
 

interne Verweise:
Roj TV über Intelsat 10-02 (29.01.2012) »

bar-kulan.com

Bar-Kulan Radio nicht mehr auf Kurzwelle


Bar-Kulan Radio hat seine Ausstrahlungen auf Kurzwelle, die für je eine Stunde pro Tag über Sender in Südafrika bzw. Abu Dhabi liefen, am 31.12.2011 eingestellt.

Verblieben sind nur noch die UKW-Frequenzen in Mogadischu und Bossaso (Somaliland), der Livestream im Internet sowie die von Bar-Kulan Radio ebenfalls aktiv beworbene Satellitenübertragung auf Thaicom 5 (78,5° Ost). Der betreffende Multiplex auf 3,640 GHz horizontal enthält auch mehrere Fernsehprogramme aus und für Somalia, ist dort aber nur mit hohem Aufwand zu empfangen.

Zur Abschaltung der Kurzwellenübertragung zitiert Alokesh Gupta in Indien die Aussage von Bar-Kulan Radio, deren Nutzung sei kontinuierlich zurückgegangen. Gleichzeitig müsse man Ressourcen dafür verwenden, weitere UKW-Frequenzen in Somalia in Betrieb zu nehmen.

Bar-Kulan Radio sendet seit 2010 (Bildschirmfoto) aus Kenia. Dessen europäische Betreiber hatten zuvor ähnlich gelagerte Projekte in anderen afrikanischen Ländern initiiert, die ebenfalls schon von den Vereinten Nationen finanziert wurden. Auf deren deutliches Unwillen stieß zum Sendestart die Darstellung, bei Bar-Kulan Radio handele es sich um den Sender der UN-Mission (AMISOM) im Sudan.
 

weitere Informationen:
Bar-Kulan Radio im Internet »

Französisch Guyana, Kartenausschnitt

Restlicher Sendebetrieb aus Französisch Guayana


Mit der Einschränkung des Sendebetriebs auf Kurzwelle, die Radio France Internationale (RFI) zum 01.01.2012 vorgenommen hat, ist die Auslastung der Sendeanlagen von Télédiffusion de France bei Montsinéry in Französisch Guayana auf ein Minimum zurückgegangen. RFI selbst sendet aus Montsinéry nur noch in den Zeitblöcken 13.00-14.00 und 18.00-21.00 Uhr auf 21690 kHz nach Afrika.

Neben einer digitalen Versuchssendung (täglich 21.00-22.00 Uhr auf 17755 kHz) sind in Montsinéry jetzt nur noch einige Ausstrahlungen des US-amerikanischen Family Radio für Lateinamerika verblieben:

23.00-01.00 Uhr: 9935 kHz; Spanisch
23.00-02.00 Uhr: 7360 kHz; Portugies. und Engl.
00.00-01.00 Uhr: 9465 kHz; Spanisch
01.00-02.00 Uhr: 5930 und 5980 kHz; Englisch
02.00-03.00 Uhr: 9830 kHz; Kreolisch
03.00-04.00 Uhr: 5930 und 6100 kHz; Englisch

 

interne Verweise:
Kürzungen bei RFI (08.01.2012) »

weitere Informationen:
Fotos der Sendeanlage Montsinéry »

05.02.2012

Alle Zeitangaben in Mitteleuropäischer Zeit.

Autor: Kai Ludwig
Abbildungen: Ludwig, BNR, Roj TV, Archiv, Universität von Texas