Frequenzwechsel

Eritrea momentan auf 7146,5 und 7185 kHz

Nachdem die Kurzwellenausstrahlung des Rundfunks von Eritrea am ersten Oktoberwochenende nur auf 7175 kHz lief, wurde am 13. Oktober 2016 auf 7146,5 und 7185 kHz gesendet. Den Störungen aus Äthiopien, die sich unter anderem gegen eine in Berlin produzierte Sendung richten, könnte Asmara dabei auf einfache Weise entgehen.

Eritrea
Quelle: Sammlung University of Texas

Nach Beobachtungen von Thorsten Hallmann, einem Experten für afrikanische Kurzwellenstationen, verschwinden gegen 19.00 Uhr MESZ alle Störsignale, die aus Äthiopien gegen die Sendungen aus Eritrea gerichtet werden.

Offensichtlich ist es für die Behörden in Addis Abeba von höherer Priorität, das um 19.30 Uhr beginnende Äthiopien-Programm der Voice of America zu stören. Am 13. Oktober wurden hier sechs der eingesetzten sieben Frequenzen mit dem Rauschsignal belegt, das in Äthiopien üblicherweise zur Störung unliebsamer Sendungen dient.

Bei den erwähnten Programmübernahmen aus Berlin handelt es sich um „Sagalee Bilisumma Oromoo“, eine Produktion der „Oromo-Befreiungsfront“, die hierzulande vor allem durch die Ausstrahlungen über Kurzwellenkapazitäten der Media Broadcast bekannt ist.

Über die Kurzwellensender in Eritrea wurde „Sagalee Bilisumma Oromoo“ schon einmal vor Jahren gehört. Wieder auf 7175 kHz beobachtet wurden die Produktionen am 29. September um 6.30 Uhr.

Diese Übernahmen dürften von der Unterbrechung des Kurzwellenbetriebs unberührt geblieben sein. Falls es nicht auch hier zum Sendeausfall gekommen war, stand eine Großmittelwelle auch in dieser Zeit zur Verfügung.

Äthiopien stört die Kurzwellen aus Eritrea seit ihrer erneuten Einschaltung wieder. Dies geschieht insbesondere, sobald hier Programme in der Sprache des Volkes der Oromo laufen.

Neben „Sagalee Bilisumma Oromoo“ und Eigenproduktionen des Informationsministeriums von Eritrea gibt es diesbezüglich wahrscheinlich auch als „Ginbot Sabat Dimtse“ präsentierte, in London produzierte Sendungen.

Der zweite, jetzt mit einem separaten Programm ebenfalls wieder aktive Kurzwellensender in Eritrea arbeitete zuletzt auf 7200 kHz. Erstmals wieder am 29. September gehört wurde er auf der ungewöhnlichen Frequenz 7146,5 kHz.

Die Sendetechnik für diese Frequenzen steht an der von Asmara nach Äthiopien führenden Straße, 10 km außerhalb der Stadt. Dort entstand Mitte der 90er Jahre eine von der damaligen Firma Thomcast ausgestattete Sendestation mit je zwei Mittel- und Kurzwellensendern (Leistung jeweils 100 kW).

In der Vergangenheit wurden Hörfunkprogramme aus Asmara auch über anderweitige, schwächere Kurzwellensender abgestrahlt. Diese sind schon seit Jahren abgeschaltet.

Als Rundfunkveranstalter agiert in Eritrea jetzt ausschließlich das Informationsministerium. Die frühere Hörfunkstation des Bildungsministeriums, Radio Bana, existiert seit 2009 nicht mehr.

Seinerzeit wurde die gesamte Belegschaft von Radio Bana in einer Razzia verhaftet. Ein Redaktionsmitglied soll sich nach damaligen Angaben von „Reporter ohne Grenzen“ auch ein Jahr später noch in Einzelhaft befunden haben.

Im Internet betreibt das Informationsministerium von Eritrea unter der Adresse shabait.com eine englischsprachige Plattform. Auf Satelliten wie Hotbird 13B (hier auf 12,380 GHz v) werden aus Asmara ein Fernsehprogramm und zwei Hörfunkprogramme (beide wohl nicht identisch mit den auf Kurzwelle ausgestrahlten Programmen) übertragen.

Für sein Fernsehen betreibt das Informationsministerium in Asmara die Internetplattform eri.tv mit einem Livestream und Abrufvideos. Einen gesonderten Internetauftritt des Hörfunks gibt es nicht.

Dieser Hörfunkdienst ist im Ausland traditionell bekannt als „Stimme der breiten Massen von Eritrea“, üblicherweise auch von deutschen Kurzwellenhobbyisten als „Voice of the Broad Masses of Eritrea“ angesprochen. Dieser Name hat seinen Ursprung in früheren, vor der Unabhängigkeit Eritreas inoffiziell ausgestrahlten Sendungen.

 

Autor: Kai Ludwig; zuletzt aktualisiert am 13.10.2016

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Na sowas! Kann es sein, dass Sie mit einem total veralteten Browser unterwegs sind? Das ist überhaupt nicht empfehlenswert, aus ganz vielen Gründen...
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