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Medienmagazin40 Jahre Berliner Fernsehturm

sa, 18.00 - 19.00 Uhr

Spiegelung des Berliner Fernsehturms im Palast der Republik (Foto von 2005)

40 Jahre Berliner Fernsehturm

Am 03.10.2009 begeht der Berliner Fernsehturm (hier abgebildet das einstige Standardmotiv der Spiegelung im Palast der Republik) den 40. Jahrestag seiner Eröffnung. Dazu folgen an dieser Stelle einige sendetechnische Details; allgemeinere Beiträge zu diesem Thema siehe unter rbb-online.de (dort das Stichwort „Fernsehturm“ in das Suchfeld eingeben).

Die ursprüngliche Technik für den UKW-Hörfunk bestand aus vier jeweils 10 kW starken, vom Funkwerk Köpenick hergestellten Sendern. Ausgestrahlt wurden mit ihnen der Berliner Rundfunk auf 91,4 MHz, Radio DDR 1 auf 95,8 MHz und der Deutschlandsender auf 97,7 (zunächst 97,65) MHz.

Der vierte Sender übertrug auf 99,7 MHz die Berliner Welle, ein gesondertes Programm des Berliner Rundfunks für Hörer in Westberlin. Zusammen mit der Umbenennung des Deutschlandsenders in „Stimme der DDR“ wurde die Berliner Welle am 14.11.1971 eingestellt. Die UKW-Frequenz ging an Radio DDR 2, das bis dahin in Berlin nicht ausgestrahlte Kulturprogramm von Radio DDR.

Das für die Berliner Welle genutzte Sendestudio K6 im Gebäude E-T des Funkhausgeländes Nalepastraße wurde nach deren Ende über Jahre kaum genutzt, später umgebaut und im Oktober 1987 für Jugendradio DT64 wieder in den Dienst gestellt. Zur Ausstrahlung des Programms auf der neu hinzugekommenen Frequenz 102,6 MHz diente auf dem Berliner Fernsehturm ein Sender des polnischen Herstellers Zarat mit einer Leistung von 3 kW. Hierzu wurde eine neue Antenne unterhalb der bestehenden UKW-Antennenfelder montiert, da diese nur für Frequenzen bis 100 MHz ausgelegt waren.

Eine weitere Ergänzung des UKW-Senderparks auf dem Berliner Fernsehturm bildete ein Reservesender mit einer Leistung von 1 kW, der in Eigenleistung von einer Werkstatt der Deutschen Post angefertigt wurde. Mit derartigen Geräten wurden an verschiedenen Standorten in der DDR ab etwa 1983 auch die provisorischen, nach wenigen Jahren wieder aufgegebenen Frequenzen für den Vorlaufbetrieb „Hallo und DT64 auf Ultrakurzwelle“ gefahren.

Der Fernsehbetrieb begann auf dem Berliner Fernsehturm mit einem 20 kW starken, wiederum vom Funkwerk Köpenick gelieferten Sender für den UHF-Kanal 27. Er strahlte das ebenfalls am 03.10.1969 gestartete zweite Programm des Deutschen Fernsehfunks aus, das in zunächst noch geringem Umfang erstmals auch Farbsendungen im Standard SECAM IIIb enthielt. Von der Eröffnungssendung blieb dem Vernehmen nach jedoch nur eine schwarzweiße Filmaufzeichnung erhalten.

Für den VHF-Kanal 5 war zum Ende der DDR eine Zarat-Anlage mit einer Leistung von 10 kW in Betrieb, die offenbar den ursprünglichen, zusammen mit den UKW-Sendern 1970 in Betrieb genommenen Sender abgelöst hatte. Farbsendungen im hier ausgestrahlten ersten Programm des DDR-Fernsehens begannen erst mit den Olympischen Spielen in München. Bis dahin wurde selbst die prestigeträchtige, Anfang 1972 gestartete Unterhaltungssendung „Ein Kessel Buntes“ nur in Schwarzweiß produziert.

Nach 1990 gingen auf dem Fernsehturm weitere UKW- und Fernsehsender in Betrieb. Zwischen 1995 und 1999 wurde die Antennenanlage vollständig erneuert. Im UKW-Bereich traten an die Stelle des alten Hauptsystems für Frequenzen unter 100 MHz und des Provisoriums für Frequenzen über 100 MHz zwei voneinander unabhängige Antennensysteme, über die einmal sieben und einmal zehn UKW-Frequenzen betrieben werden. Auch die noch vorhandene Altsendetechnik wurde bei dieser Rekonstruktion vollständig ausgetauscht.
 

weitere Informationen:
Antennenanlage des Berliner Fernsehturms »
Historische Fotos des Berliner Fernsehturms »
Frequenzliste Berlin zwischen 1980 und 2005 »