Hatte Stuttgart bereits mit den Fanta 4 einen wichtigen Beitrag zur deutschen Hip Hop-Szene geliefert, so etablierte sich 1996 unter dem Namen Freundeskreis ein weiterer Act, der für neue vor allem textliche Maßstäbe sorgen sollte. Max Herre alias Maximilian, Don Philippe Kayser und Martin Welzer alias DJ Friction präsentierten sich als Vertreter des Conscious Rap und lieferten bereits auf ihrem Debüt-Album "Quadratur des Kreises" hochkarätige Inhalte bis hin zu klaren politischen Statements.
In den Lyrics von Freundeskreis werden, wie ganz nebenbei, Geschichtslektionen verabreicht verwoben mit den eigenen Biografien. Da geht’s um Krieg und Friedensbewegung, um Allende, Mandela und Tracy Chapman. Wir schauen bei Ulrike Meinhof im Toten Trakt oder bei Mumia Abu Jamal vorbei , der in der Strafanstalt Huntington seit 1983 auf seine Hinrichtung wartet. Freundeskreis, hervorgegangen aus der Stuttgarter Hip Hop-Kolchose, engagierten sich in ihren oft mehrsprachigen Songs nachhaltig für eine multikulturelle Gesellschaft was nicht zuletzt auch durch zahlreiche musikalischen Gäste wie Ahmet Sekou Neblett alias MC Koukou, Deborah, Cassandra Steen oder Afrob zum Ausdruck kam. Neben grandiosen eigenen Stücken wie "Leg dein Ohr auf die Schiene der Geschichte", "Cross The Tracks" oder "Wenn der Vorhang fällt", lässt die Cover-Version "Baby, wenn ich down bin" eine gewisse Udo Lindenberg-Verehrung vermuten. Mit Songs wie "Telefonterror" und "Enfants Terribles International" zeigen FK ihre Fähigkeit zu wortreichen Selbstreflektionen und mit "Anna" ist ihnen schließlich auch noch eines der genialste Liebeslieder der 90er Jahre gelungen.