Das Bild der Woche

Die Ästhetik des Sturmtiefs Xavier

Wir leben in einer Welt der Bilder. Sie sind nicht aufzuhalten. Jeden Tag werden es mehr. Unser Sehen verkommt zum flüchtigen Blick. Wir sind dabei, es zu verlernen. In der Schönen Woche nehmen wir uns die Zeit, die wir sonst nicht haben. Für ein einziges Bild – das Bild der Woche. Die Kunsthistorikerin Christina Landbrecht seziert, analysiert und interpretiert. Und ganz nebenbei lernen wir wieder zu sehen.

In Folge des Sturmtiefs Xavier liegen am 06.10.2017 drei Bäume an der Landstraße L411 bei Rautenberg im Landkreis Hildesheim (Niedersachsen) © dpa/Julian Stratenschulte
In Folge des Sturmtiefs Xavier liegen am 06.10.2017 drei Bäume an der Landstraße L411 bei Rautenberg im Landkreis Hildesheim (Niedersachsen) | © dpa

Wenn man in diesen Tagen die Zeitung aufschlägt, so entdeckt man viele Bilder, die Landschaften nach einer Naturkatastrophe zeigen, Wie etwa nach den großen Bränden in Kalifornien, wo manches Weinbaugebiet nun eher einer Marslandschaft ähnelt.

Doch auch hierzulande gab es in den letzten Tagen nach Sturm „Xavier“ viele Bilder, die das Ausmaß der Naturgewalt zeigen. Was sie gemeinsam haben, ist eine gewisse Ästhetik - manche Bilder sind so kunstvoll schön geworden, dass man fast vergessen könnte, welch grausame Kraft dahinterstand. Eines dieser Exemplare ist diesmal unser Bild der Woche.

dpa-Fotograf Julian Stratenschulte hat es an der Landstraße L411 bei Rautenberg im Landkreis Hildesheim (Niedersachsen) mit einer Drohne aufgenommen. Es zeigt drei umgestürzte Bäume, die ein Landwirt mit einem Radlader auf die Felder am Straßenrand gedrückt hatte, damit sie nicht mehr auf die Straße kippen konnten.

Sonja Koppitz und Max Spallek sprechen darüber mit der Kunsthistorikerin Christina Landbrecht.