Kommentar von Friedrich Küppersbusch

Charlottesville: Symbol für eine tief gespaltene Nation?

Tausende Rechte und Anhänger des Ku-Klux-Klans waren am Samstag durch die US-Kleinstadt Charlottesville gezogen, weil dort die Statue eines Kriegshelden entfernt werden sollte, der im Bürgerkerieg für die Südstaaten gekämpft hatte. Der Protest endete in Straßenschlachten mit Gegendemonstranten. Eine 32-jährige Frau kam ums Leben.

Neonazis, mit Schutzschilden, Stöcken und Metallstangen bewaffnet, liefern sich Straßenschlachten in Charlottesville
Neonazis, mit Schutzschilden, Stöcken und Metallstangen bewaffnet, liefern sich Straßenschlachten in Charlottesville | © dpa

In Charlottesville sollte das Denkmal des Südstaaten-Generals Robert E. Lee abgebaut werden. Dagegen gingen Rechtsextremisten, Neonazis, weißen Rassisten und Mitglieder des Ku-Klux-Klans unter dem Motto "Vereinigt die Rechte" auf die Straße. Der ehemalige Chef des Ku-Klux-Klans, David Duke, erklärte in Charlottesville, weiße Nationalisten arbeiteten daran, die Versprechen von Donald Trump zu erfüllen.

Dann eskalierte die Situation. Die Ultrarechten, bewaffnet mit Stöcken und Metallstangen, lieferten sich in der Kleinstadt im Bundesstaat Virgina zunächst Straßenschlachten mit Gegendemonstranten. Später fuhr ein Autofahrer in eine Gruppe friedlicher Gegen-Demonstranten. Eine 32-jährige Frau kam ums Leben. Mindestens 35 Verletzte soll es geben; fünf von ihnen schweben nach Medienberichten in Lebensgefahr. Der Fahrer wurde festgenommen. Es handelt sich um einen 20-jährigen aus Ohio, der zur ultrarechten Szene gehören soll.

Führende Politiker zeigten sich von dem Ausmaß der Gewalt entsetzt. US-Justizminister Sessions sagte, wenn Rassismus und Hass zu solchen Handlungen führten, sei das nicht zu tolerieren. US-Präsident Trump kritisierte die Gewalt in Charlottesville - positionierte sich dabei aber nicht klar gegen die Rechtsextremen.

Trägt US-Präsident Donald Trump eine Mitschuld, weil er sich nie klar von den amerikanischen Ultrarechten distanziert hat, auch nach dem Attentat nicht? Ein Kommentar von Friedrich Küppersbusch...

radioeins Kommentator

Friedrich Küppersbusch

Journalist, Autor und Fernsehproduzent

Friedrich Küppersbusch © dpa - Report
dpa - Report

Der Weg ist das Ziel. Knapp neun Jahre studierte Friedrich Küppersbusch Journalistik an der Universität in Dortmund. Es lohnte sich, denn er bekam anschließend ein ... [mehr]