Kommentar von Brigitte Fehrle

Air Berlin stellt Insolvenzantrag - der Bund hilft

Nach der Nachricht von der Pleite Air Berlins, hat sich Unternehmenschef Thomas Winkelmann betont optimistisch gezeigt. Auf einer Pressekonferenz sagte er, bis November könne das Unternehmen weiter arbeiten. Gebuchte Tickets bleiben gültig. Die Bundesregierung unterstützt Air Berlin mit einem Brückenkredit von 150 Millionen Euro, um den Flugbetrieb auch langfristig aufrecht zu erhalten.

Ein Airbus von Air Berlin beim Start
Ein Airbus von Air Berlin beim Start | © dpa

Die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft ist pleite. Gestern hat Air Berlin einen Insolvenzantrag gestellt, nachdem der Großaktionär und Geldgeber Etihad Airways den Geldhahn zudreht hat.

Am Wochenende wurde die Bundesregierung darüber informiert. "Die Bundesregierung hat deshalb einstimmig entschieden, Air Berlin einen Übergangskredit in Höhe von 150 Millionen Euro zu gewähren und diesen Übergangskredit durch eine Bundesbürgschaft abzusichern. Durch diese Entscheidung kann der Flugbetrieb jetzt in vollem Umfang aufgehalten werden", erklärte SPD-Wirtschaftsministerin Brigitte Zypries gestern.

Ist es richtig, dass der Bund hier einspringt und den Flugbetrieb mit Steuergeldern aufrecht hält? Ein Kommentar von Brigitte Fehrle von der Berliner Zeitung...


Nach dem Insolvenzantrag von Air Berlin fordert SPD-Kanzlerkandidat Schulz Perspektiven für die Beschäftigten. Auch sie benötigten Planungssicherheit, ebenso wie die Fluggäste. Mit dem Überbrückungskredit habe die Bundesregierung schnell gehandelt. Damit könnten die Voraussetzungen für den weiteren Flugbetrieb und die soziale Sicherheit des Personals geschaffen werden, erklärte Schulz. 

Bundesverkehrsminister Dobrindt zeigte sich überzeugt, dass der Flugverkehr von Air Berlin bis Ende November gesichert ist. Die Verhandlungen mit Lufthansa über einen Teilverkauf kämen außerdem gut voran, sagte der CSU-Politiker. 

FDP-Chef Lindner warnte dagegen vor einer dauerhaften Finanzierung von Air Berlin durch den Steuerzahler.

Ryanair reicht wegen Air-Berlin-Hilfen Beschwerde ein


Unterdessen hat der irische Billigflieger Ryanair eine Kartellbeschwerde nach dem Insolvenzantrag der zweitgrößten deutschen Fluggesellschaft Air Berlin angekündigt. Ryanair erklärte, der Insolvenzantrag sei mit dem Ziel arrangiert worden, dass die Lufthansa eine schuldenfreie Air Berlin übernehmen könne. Dies verstoße gegen deutsche und EU-Wettbewerbsregeln. Reisende müssten deshalb künftig höhere Preise für Tickets zahlen.

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Wegner sieht keine Probleme darin, die insolvente Fluggesellschaft Air Berlin durch einen staatlichen Kredit vorläufig weiterzubetreiben. Die Kartellbeschwerde des irischen Billigfliegers Ryan verfolge er relativ entspannt, sagte der Verkehrspolitiker im rbb Inforadio. Die Lufthansa werde Air Berlin nicht komplett übernehmen. Es seien auch noch andere Unternehmen an einer Teilübernahme interessiert. Ihm gehe es darum, die Arbeitsplätze und den Luftverkehrsstandort Berlin zu sichern, so Wegener.

radioeins Kommentatorin

Brigitte Fehrle

Von der Berliner Zeitung

Brigitte Fehrle von der Berliner Zeitung © Christine Blohmann
Die Hoffotografen GmbH Berlin

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