Art aber fair - die Kunstkritik auf radioeins

Kunst auf Zeit

Neues Projekt "THE HAUS" in Berlin | Geschaffen, um zerstört zu werden

In einem leerstehenden Bürogebäude in der Nürnberger Straße in Berlin-Charlottenburg – ganz in der Nähe des Kurfürstendamms – eröffnete am Samstag, den 1. April 2017, ein einmaliges Kunstprojekt: Mitten im Kommerzherz Berlins haben die Veranstalter, DIE DIXONS, eine Parallelwelt zur Büroeinöde erschafft.

THE HAUS - Berlin Art Bang: das zum Abriss freigegebene Bankgebäude nahe dem Kurfürstendamm | Bildquelle: THE HAUS
THE HAUS - Berlin Art Bang: das zum Abriss freigegebene Bankgebäude nahe dem Kurfürstendamm | Bildquelle: THE HAUS | © THE HAUS

Über 170 Künstler aus der ganzen Welt haben in "THE HAUS" eine Urban-Art-Gallery auf Zeit erschafft. Unter dem Motto „Berlin Art Bang“ wurde die Ausstellung im April offiziell eröffnet. In dem Bürogebäude war bis letztes Jahr die Berliner Volksbank zu Hause. Jetzt hat ein Kölner Bauträger die Immobile gekauft, der das Gebäude im Sommer abreißen und 75 neue Eigentumswohnungen bauen will. Bis dahin wurde nach einem besonderen Konzept zur Zwischennutzung gesucht.

Den Zuschlag bekamen die Jungs von der Street Art-Agentur „xi-Design“. Dahinter stecken die drei Freunde Kimo, Jörni und Bolle, die sich „Die Dixons“ nennen. Seit 25 Jahren sind die Dixons in der Berliner Grafitti-Szene unterwegs und als sie von der Chance hörten, das alte Bankgebäude temporär zu nutzen, waren sie sofort Feuer und Flamme. Ihre Idee: eine Ausstellung auf die Beine stellen - mit so vielen Urban-Art-Künstlern wie möglich.

radioeins-Reporterin Marie Kaiser hat sich "THE HAUS" angesehen und berichtet über das Paralleluniversum.

Über 170 Künstler konnten die Dixons zusammentrommeln, aus 14 verschiedenen Nationen – Mexiko, Österreich, Russland, Holland und die USA sind dabei. Rund die Hälfte der Künstler kommt aus Berlin, damit auch die lokale Szene stark vertreten ist.

Dieses Riesen-Team an Kreativen konnte sich in den letzten Wochen auf 10.000 Quadratmetern austoben – so viel Fläche bietet das Bürogebäude in der Nürnberger Straße, das von den Beteiligten nun nur noch „The Haus“ genannt wird.