Berlinale-Kritik

The Party

Bislang hielt sich die Begeisterung über die Filme im Wettbewerb der Berlinale in Grenzen. Gestern aber lief ein Film, für den gab‘s schon auf der Pressevorführung stürmischen Applaus:

Festivaldirektor Dieter Kosslick machte damit sein Versprechen wahr, dieses Jahr würde es mal was zu lachen geben. The Party hieß der Film der britischen Regisseurin Sally Potter, die auch das Drehbuch geschrieben hat.

Was an dem Film so komisch ist, weiß unser Kollege Stephan Karkowsky...

Zum Film

Janet ist gerade zur Ministerin im Schattenkabinett ernannt worden – die Krönung ihrer politischen Laufbahn. Mit ihrem Mann Bill und ein paar engen Freunden soll das gefeiert werden. Die Gäste treffen in ihrem Londoner Haus ein, doch die Party nimmt einen anderen Verlauf als erwartet. Bill platzt mit gleich zwei explosiven Enthüllungen heraus, die nicht nur Janets Existenz in den Grundfesten erschüttern. Liebe, Freundschaften, politische Überzeugungen und Lebensentwürfe stehen zur Disposition. Unter der kultivierten linksliberalen Oberfläche brodelt es, und in der Auseinandersetzung werden schließlich scharfe Geschütze aufgefahren – durchaus im Wortsinn.

In ihrem achten Kinofilm lädt die britische Regisseurin und Drehbuchautorin Sally Potter, die zuletzt 2009 mit Rage im Wettbewerb der Berlinale vertreten war, namhafte Akteure zur Party. Was als Komödie mit hintersinnigem Witz und scharfen Dialogen beginnt, kippt in die Tragödie. Wenn dem Leben mit Argumenten nicht mehr beizukommen ist, wird unversehens um den Fortbestand der nur scheinbar gefestigten Existenzen gerungen.