Berlinale Kritik

Joaquim

Gestern abend lief im Wettbewerb der Berlinale ein Film aus Brasilien namens Joaquim, auch den hat Stephan Karkowsky schon gesehen...

Zum Film

Brasilien im 18. Jahrhundert: In der portugiesischen Kolonie wächst die Sorge über den Rückgang der Goldförderung. Das Land wird von korrupten Kolonialoffizieren regiert. Leutnant Joaquim hat sich einen Namen als Jäger von Goldschmugglern gemacht und wartet vergeblich auf seine Belohnung, von der er eine schwarze Sklavin, seine Geliebte, freikaufen will. Um doch noch an Geld zu kommen, lässt er sich auf eine gefährliche Expedition ein, bei der neue Goldadern aufgespürt werden sollen. Begleitet wird er von Landsleuten und einer Truppe versklavter Afrikaner, einheimischer Indianer und Mestizen. Je länger sie unterwegs sind, desto stärker werden seine Zweifel an der Mission. Allmählich erkennt er die Ungerechtigkeit, die sein Land über die Kolonie gebracht hat, sieht die Mechanismen der Unterdrückung. Im Dschungel verliert er die Kontrolle, wird sich über seinen moralischen Standpunkt aber umso klarer. Auch seine Geliebte führt ihm vor Augen, dass er seine Überzeugungen und Loyalitäten überdenken muss. Teils fiktive, teils überlieferte Episode aus dem Leben des brasilianischen Nationalhelden Joaquim José da Silva Xavier alias Tiradentes.