Fr 17.02. 23:30

Berlinale

Mein Wunderbares West-Berlin (Panorama Dokumente)

Nach Out in Ost-Berlin erkundet Jochen Hick die queere Lebenssituation im damaligen Westteil der Stadt und die Wurzeln jener Faszination, die die Metropole bis heute zum Zufluchtsort nicht nur für schwule Männer macht. Knut Elstermann sprach mit dem Regisseur Jochen Hick und Darsteller und Modemacher Klaus Schumann über die spannende Zeitreise mit zum Teil noch unveröffentlichtem Archivmaterial.

„Mein Wunderbares West-Berlin“: Regisseur Jochen Hick und Darsteller und Modemacher Klaus Schumann © snapshot-photography/T. Seeliger

Zum Film:


Im West-Berlin der 1960er-Jahre gab es Lokale, in denen Männer unter sich sein konnten, und es wurde zum Magneten für junge Schwule. Heute noch aktive Protagonisten von damals lassen Erinnerungen an ihre ersten Jahre in der Stadt aufleben.

Es sind Erinnerungen an eine Szene, die sie sich unentwegt erkämpften, und an deren Wandel bis zum Mauerfall. Aus der Konfrontation mit massiver gesellschaftlicher Repression erwächst in den 1970ern ein schwules Selbstbewusstsein: Die „Homosexuelle Aktion Westberlin“ setzt sich für eine Streichung des § 175 und die Überwindung des Patriarchats ein.

„Mein Wunderbares West-Berlin“: Regisseur Jochen Hick und Darsteller und Modemacher Klaus Schumann © snapshot-photography/T. Seeliger
„Mein Wunderbares West-Berlin“: Regisseur Jochen Hick und Darsteller und Modemacher Klaus Schumann © snapshot-photography/T. Seeliger

In Ruinen entstehen neue Wohn- und Lebensformen wie Männerkommunen oder das Tuntenhaus. Klappensex, Ost-West-Beziehungen, Lederbars, Drag-Aktionen in der U-Bahn: Eine anarchische Freude überstrahlt die Leiden der Vergangenheit. Ein Jahrzehnt später trifft die Krankheit Aids auch Berlin.

Quelle: Berlinale