Berlinale Nighttalk

Max Riemelt in Berlin Syndrome

Knut Elstermann begrüßt Max Riemelt, Hauptdarsteller im Film "Berlin Syndrome" (Panorama), im Berlinale Nighttalk.  

Max Riemelt im Berlinale Nighttalk © snapshot- photography/T. Seeliger
snapshot- photography/T. Seeliger

Zum Film

Die australische Backpackerin Clare zieht mit dem Fotoapparat durch Friedrichshain-Kreuzberg, besonders die alten DDR-Bauten haben es ihr angetan. Als sie den sympathischen Englischlehrer Andi kennenlernt, verstehen sich die beiden sofort. Er zeigt ihr Schrebergärten und den Kiez, und sie landen im Bett. Was als Romanze beginnt, nimmt eine unerwartet finstere Wendung: Am nächsten Morgen, Andi ist schon in der Schule, will Clare seine Wohnung in einem ansonsten leerstehenden Altbau verlassen und merkt, dass sie eingeschlossen ist. Zunächst glaubt sie an ein Versehen, realisiert jedoch rasch, dass sie seine Gefangene ist. Abgeschnitten von der Welt durchlebt Clare schreckliche Wochen, in denen sie zwischen dem Eingehen auf Andis Obsessionen und Fluchtplänen hin- und herschwankt.

Thriller über Psychopathen im Outback kennt man, doch die Australierin Cate Shortland verlegt den Horror nach Berlin. Liegt der Fokus auf Clare, erzeugen Setting, Licht und Kamera eine klaustrophobische Atmosphäre, während sich Andis Welt draußen wie gewohnt weiterdreht. Nach Melanie Joostens gleichnamigem Roman entsteht eine genaue Studie der wechselhaften Beziehung zwischen Entführer und Opfer.