Berlinale Nighttalk

Casting

Knut Elstermann begrüßt den Regisseur, Nicolas Wackerbarth, und Hauptdarsteller, Andreas Lust, des Films "Casting" im Berlinale Nighttalk. Für Harald Martenstein bereits der beste Film der Berlinale...

Andreas Lust (l) und Nicolas Wackerbarth stellen ihren Film "Casting" beim Berlinale Nighttalk vor © snapshot- photography/T. Seeliger
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Zum Film

Für ihren ersten Fernsehfilm – ein Remake von Fassbinders Die bitteren Tränen der Petra von Kant – sucht Regisseurin Vera die Idealbesetzung. Doch kurz vor dem ersten Drehtag und nach zahlreichen Castings hat sie die Hauptrolle immer noch nicht gefunden. Während Produzent und Team an Vera verzweifeln, freut sich Gerwin über die Mehrarbeit. Denn er verdient sein Geld als Proben-Anspielpartner und spricht Dialogsätze für die prominenten Bewerberinnen ein. Als der männliche Hauptdarsteller plötzlich abspringt, wittert Gerwin seine Chance.

Regisseur Nicolas Wackerbarth trifft Fassbinders Vorlage in ihrem vielschichtigen Wesen und schafft gleichzeitig ein ganz eigenes, tiefgründiges Werk. Casting wirft einen schonungslosen Blick in die Abgründe menschlicher Beziehungen, die gesteuert sind durch Macht, Leidenschaft und Verzweiflung. Doch ganz nebenbei fördert Wackerbarth auch bittere Wahrheiten über Kräfteverhältnisse und Abhängigkeiten in der deutschen Fernsehbranche zu Tage. Casting ist ein ebenso kluger wie unterhaltsamer Film, geprägt durch spannende Wendepunkte, Humor – und das atemberaubende Schauspiel eines virtuosen Ensembles.

Berlinale Kolumne

Harald Martenstein

Harald Martenstein (Foto © radioeins)
© radioeins

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